Ölpreise gesunken

Die Ölpreise sind am Donnerstag trotz solider Wachstumsdaten aus China unter Druck geraten. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Abend 57,27 US-Dollar. Das waren 89 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November fiel um 65 Cent auf 51,39 Dollar.
19.10.2017 18:57

Rohstoffexperte Ole Hansen von der Saxo Bank begründete den Preisrückgang mit Gewinnmitnahmen am Ölmarkt. In der ersten Wochenhälfte hatten sich die Ölpreise noch auf dem hohen Niveau halten können, das in der vergangenen Woche nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung erreicht worden war. Vor allem die Sorge vor Förderausfällen aus ölreichen Regionen im Norden des Irak hatte den Ölpreisen Auftrieb verliehen.

Neue Daten zum Wirtschaftswachstum in China konnten die Ölpreise am Donnerstag nicht stützen. In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 6,8 Prozent gestiegen. Das Wachstum liegt damit deutlich über dem Jahresziel der Regierung in Peking, die "rund 6,5 Prozent" anstrebt. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, liefern die Daten aus China eine eindeutige Botschaft: "Derzeit braucht man sich um das chinesische Wachstum nicht zu sorgen."

Neue Aussagen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) konnten den Ölpreisen ebenfalls keinen Auftrieb verleihen. Der Generalsekretär des Kartells, Mohammed Barkindo, hatte auf einer Konferenz in London gesagt, dass ein Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt "in Sicht" sei. Er rechnet mit einer Stabilisierung der Ölpreise./tos/he

(AWP)