Ölpreise legen nach Talfahrt zu

Die Ölpreise haben nach der Talfahrt der vergangenen Tage am Freitag zugelegt. Am frühen Morgen waren die Preise noch stark gefallen. Sie drehten im Tagesverlauf jedoch deutlich in die Gewinnzone. Zuletzt kostete US-Rohöl 48,85 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 48 Cent mehr als am Donnerstag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 54 Cent auf 46,05 Dollar.
05.05.2017 19:21

Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach den jüngsten Kursverlusten. Im frühen Handel hatte sich noch ein völlig anderes Bild geboten: Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) war erstmals seit November 2016 unter die Marke von 45 Dollar und der Preis für Nordsee-Öl bis auf 46,64 Dollar gefallen. Beide Ölpreise waren damit auf ein Niveau gefallen, dass zuletzt im vergangenen November erreicht worden war.

Seit diesem Monat hatten Berichte über eine geplante Kürzung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) die Ölpreise stark steigen lassen. Seit Januar ist die Produktionskürzung des Ölkartells in Kraft, an der sich auch das wichtige Förderland Russland beteiligt. Die Massnahme dient zur Stützung der Ölpreise und hat eine Laufzeit von sechs Monaten, wobei zuletzt über eine Verlängerung diskutiert wurde.

Trotz der aktuellen Gegenbewegung ist der Brent-Preis seit Beginn der Woche um etwa neun Prozent und der US-Ölpreis um rund zehn Prozent eingebrochen. Experten begründen dies mit der jüngsten Entwicklung in den USA. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA immer weiter erhöht. Am Mittwoch hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass die landesweite Produktion in der vergangenen Woche um 0,30 Prozent auf 9,293 Millionen Barrel Rohöl pro Tag gestiegen war. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2015./jsl/he

(AWP)