Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre am Vortag erzielten Preiszuwächse weiter ausgebaut. Am Markt setzt sich offenbar zunehmend die Auffassung durch, dass die Förderkürzungen des Ölkartells Opec Wirkung zeigen. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 50,85 US-Dollar. Das waren 63 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juni-Lieferung stieg um 63 Cent auf 47,96 Dollar.
11.05.2017 18:36

Bereits am Mittwoch hatten die Ölpreise um jeweils mehr als einen Dollar zugelegt. Auslöser waren neue Daten des US-Energieministeriums gewesen, das einen deutlichen Abbau der landesweiten Rohölvorräte gemeldet hatte. Mit über fünf Millionen Barrel übertraf der Rückgang nicht nur die Erwartungen von Analysten. Es war auch der stärkste Lagerabbau in diesem Jahr.

Die Rohstoffexperten der Commerzbank heben in einem Kommentar hervor, dass dieser trotz einer weiter steigenden US-Ölförderung erfolgt sei. "Die Opec-Kürzungen zeigen somit offenbar allmählich Wirkung." Jüngste Kommentare aus den Reihen des Kartells, die Kürzungen zu verlängern, erhielten dadurch mehr Gewicht.

Die Ölvorräte der Industrienationen stehen derzeit besonders im Blick, weil sich die Opec zusammen mit anderen Fördernationen wie Russland das Ziel gesetzt hat, die hohen Bestände abzuschmelzen. Dazu ist seit Jahresbeginn eine Fördergrenze in Kraft, die zur Jahresmitte ausläuft. Eine Verlängerung wird aber erwartet. Bisher ist die Strategie der Opec und seiner Partner allenfalls zeitweise aufgegangen, mit dem Förderdeckel die Ölschwemme zu verringern und dadurch die Weltmarktpreise zu heben./tos/he

(AWP)