Ölpreise legen weiter zu - Sorge vor Förderausfällen im Irak

Die Ölpreise haben am Montag wegen geopolitischer Risiken zugelegt und damit an die deutlichen Gewinne vom vergangenen Freitag angeknüpft. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete gegen Mittag 57,95 US-Dollar. Das waren 78 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November stieg um 66 Cent auf 52,11 Dollar. Der US-Ölpreis erreichte damit den höchsten Stand seit Ende September.
16.10.2017 12:57

Marktbeobachter erklärten den weiteren Anstieg der Ölpreise mit der Sorge vor Förderausfällen in den Ölgebieten im Norden des Iraks. Der nordirakische Kurden-Präsident Massud Barsani hatte seinen Einheiten "grünes Licht" gegeben, um angreifende irakische Truppen mit "aller Kraft" zu attackieren. Der Oberbefehlshaber der kurdischen Peschmerga-Streitkräfte reagierte damit auf ein Vorrücken von Truppen der Zentralregierung aus Bagdad in der ölreichen Provinz Kirkuk, die von den Kurden für sich beansprucht und kontrolliert wird.

"Der Ölmarkt befindet sich aktuell fest im Griff geopolitischer Risiken", hiess es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Commerzbank. Neben der Lage im Norden des Iraks sehen sie auch die Haltung der US-Regierung zum Atom-Abkommen mit dem Iran als einen Preistreiber. "Auch wenn das Abkommen selbst nach Aussage des US-Aussenministers Rex Tillerson vorerst nicht zur Debatte steht und die anderen Länder den USA kaum folgen werden, erhöht die Debatte um einen härteren Kurs gegen den Iran die politischen Risiken im Nahen Osten."/jkr/jsl/stb

(AWP)