Ölpreise profitieren nicht von Debatte über längere Fördergrenze

Die Ölpreise haben am Montag nur kurzzeitig von einer intensiveren Debatte über eine Verlängerung der gegenwärtigen Förderbegrenzung reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete gegen Mittag 49,08 US-Dollar. Das waren zwei Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung fiel ebenfalls geringfügig auf 46,21 Dollar.
08.05.2017 12:39

Die beiden grössten Ölförderländer der Welt, Saudi-Arabien und Russland, können sich offenbar eine Verlängerung der aktuellen Rohöl-Fördergrenze vorstellen. Möglicherweise könnte die seit Anfang 2017 geltende Begrenzung sogar über das Jahr 2017 hinaus verlängert werden. Dies signalisierten sowohl der Ölminister Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, als auch Russlands Energieminister Alexander Nowak am Montag. Al-Falih äusserte sich in Kuala Lumpur, Nowak liess sich in einer E-Mail zitieren.

Die Ölpreise reagierten dennoch nur mit kurzzeitigen Preisaufschlägen auf die Aussagen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die seit Jahresbeginn geltende Förderbegrenzung die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt hat. Weder sind die Rohölpreise nachhaltig gestiegen, noch sind die Rohölbestände der Industrieländer signifikant gesunken. Als ein Grund für die bisher wenig erfolgreiche Strategie gilt die flexible Fördertechnik der US-amerikanischen Schieferölindustrie.

Am 25. Mai treffen sich die Mitgliedstaaten des Ölkartells Opec, dessen mächtigstes Mitglied Saudi-Arabien ist, um über das Thema zu beraten. Es wird allgemein mit einer Verlängerung der Förderbegrenzung gerechnet, die die Opec zusammen mit anderen grossen Produzenten, darunter Russland, im November 2016 vereinbart hatte./bgf/jsl/fbr

(AWP)