Ölpreise weiter gestiegen

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt und damit an die deutlichen Gewinne vom vergangenen Freitag angeknüpft. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Abend 57,80 US-Dollar. Das waren 63 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November stieg um 44 Cent auf 51,89 Dollar.
16.10.2017 18:33

Marktbeobachter begründeten den weiteren Anstieg der Ölpreise mit der Sorge vor Förderausfällen in den Ölgebieten im Norden des Iraks. Der nordirakische Kurden-Präsident Massud Barsani hatte seinen Einheiten "grünes Licht" gegeben, um angreifende irakische Truppen mit "aller Kraft" zu attackieren. Der Oberbefehlshaber der kurdischen Peschmerga-Streitkräfte reagierte damit auf ein Vorrücken von Truppen der Zentralregierung aus Bagdad in der ölreichen Provinz Kirkuk, die von den Kurden für sich beansprucht und kontrolliert wird.

"Der Ölmarkt befindet sich aktuell fest im Griff geopolitischer Risiken", hiess es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Commerzbank. Neben der Lage im Norden des Iraks sehen sie auch die Haltung der US-Regierung zum Atom-Abkommen mit dem Iran als einen Preistreiber. "Auch wenn das Abkommen selbst nach Aussage des US-Aussenministers Rex Tillerson vorerst nicht zur Debatte steht und die anderen Länder den USA kaum folgen werden, erhöht die Debatte um einen härteren Kurs gegen den Iran die politischen Risiken im Nahen Osten."/tos/he

(AWP)