Ölpreise drehen deutlich ins Minus - US-Ölreserven belasten

NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise sind am Donnerstag gefallen und haben an die deutlichen Verluste aus der ersten Wochenhälfte angeknüpft. Händler erklärten die sinkenden Preise mit Daten zu den US-Ölreserven, die weniger stark als erhofft gesunken waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete am Nachmittag 47,86 US-Dollar. Das waren 94 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel um 93 Cent auf 46,50 Dollar.
07.07.2016 17:58

Den entscheidenden Impuls lieferten am Nachmittag Daten der US-Regierung zu den Ölreserven. In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl um 2,2 Millionen Barrel auf 524,4 Millionen Barrel gesunken, was in etwa den Erwartungen von Experten entsprach. Der Markt reagierte dennoch mit Verkäufen auf die Lagerdaten.

Zuvor waren die Ölpreise nämlich noch durch die Aussicht auf ein stärkeres Abschmelzen der US-Reserven gestützt worden. Das private American Petroleum Institute (API) hatte am Vorabend einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 6,7 Millionen Barrel gemeldet, was im frühen Handel die Spekulation auf eine höhere Nachfrage oder ein fallendes Angebot verstärkt hatte.

Seit Beginn der Woche sind die Ölpreise wieder mehr oder weniger kräftig auf Talfahrt. An den Finanzmärkten hatten sich zuletzt Sorgen um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nach dem Brexit-Votum verstärkt.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat sich zuletzt kaum verändert. Das Opec-Sekretariat meldete am Donnerstag, dass der Korbpreis am Mittwoch 44,35 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das war ein Cent mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells./jkr/jsl/men

(AWP)