Ölpreise fallen im Nachmittagshandel

NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise sind am Mittwoch unter Druck geraten. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 46,17 US-Dollar. Das waren 93 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober fiel um 1,01 auf 43,90 Dollar.
14.09.2016 18:19

Die in den USA überraschend gefallenen Rohöllagerbeständen stützten die Ölpreise nur kurzfristig. Die Vorräte waren laut Energieministerium um 0,56 Millionen auf 510,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) gesunken. Experten hatten dagegen mit einem Anstieg um 2,77 Millionen Barrel gerechnet. "Die Daten zu den Lagerbeständen in den vergangenen Wochen solle man jedoch nicht überinterpretieren", sagte Joe Bozoyan, Anlagestratege bei John Hancock in Boston. Schliesslich seien die Daten immer noch durch die Folgen des Hurrikan Hermine geprägt, der zu Angebotsausfällen geführt habe.

Bereits am Vortag hatte eine Senkung der Nachfrageprognose für Rohöl durch die Internationale Energieagentur (IEA) die Preise deutlich belastet. Die IEA geht davon aus, dass das Überangebot am Ölmarkt länger andauern wird als bisher angenommen. "Der Hauptgrund für das anhaltende Überangebot ist, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Ölproduktion in den letzten Monaten deutlich ausgeweitet hat", schreiben die Rohstoffexperten der Commerzbank.

Der Preis für Opec-Rohöl ist kräftig gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Mittwoch, dass der Korbpreis am Dienstag 42,91 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das waren 1,62 Dollar weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells./jsl/he

(AWP)