Ölpreise fallen nach gestiegenen Rohöllagerbeständen

NEW YORK/LONDON (awp international) - Die Ölpreise haben am Mittwoch im Nachmittagshandel ins Minus gedreht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar fiel bis zum frühen Abend auf 55,16 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar sank um 13 Cent auf 53,17 Dollar.
21.12.2016 18:10

Die in den USA in der vergangenen Woche überraschend gestiegenen Rohöllagerbestände hätten die Ölpreise belastet, sagten Händler. Die Vorräte kletterten um 2,3 Millionen auf 485,4 Millionen Barrel (je 159 Liter). Zuvor waren die Lagerbestände vier Mal in Folge gefallen.

Ansonsten liegt der Fokus der Marktteilnehmer weiter auf den vom Ölkartell Opec und anderen Förderstaaten beschlossenen Produktionskürzungen. Mit Spannung wird erwartet, ob die Länder ihre für 2017 angekündigten Drosselungen tatsächlich umsetzen werden. Einige Experten warnen vor einer deutlichen Preiskorrektur, sofern die Förderländer den Worten keine Taten folgen lassen sollten.

Russland plant laut einem Sprecher des Ölkonzerns Transneft für das erste Quartal 2017 weniger Ölexporte in Länder ausserhalb der ehemaligen Sowjetunion als im Schlussquartal 2016. "Russland scheint seine Verpflichtungen aus dem Abkommen mit der OPEC umsetzen zu wollen", kommentiert Eugen Weinberg, Experte bei der Commerzbank. Aber: Unter Berücksichtigung des Transits von Öl aus Aserbaidschan und Kasachstan sowie der Öllieferungen aus Russland nach Weissrussland steige das über russisches Territorium exportierte Ölangebot im ersten Quartal 2017./jsl/he

(AWP)