Ölpreise geben Vortagesgewinne wieder ab

NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre starken Vortagesgewinne wieder abgegeben. Bis zum späten Nachmittag fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November auf 45,79 US-Dollar. Das sind 1,56 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,52 Dollar auf 44,44 Dollar.
27.09.2016 17:55

Eine Einigung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran auf eine Begrenzung der Förderung ist noch nicht in Sicht. Während der Energiekonferenz in der algerischen Hauptstadt Algier, die noch bis morgen andauert, dürfte es wohl nicht dazu kommen. "Es steht nicht auf unserer Agenda, eine Einigung innerhalb von diesen zwei Tagen zu erreichen", sagte Irans Ölminister Bijan Namdar Zanganeh am Dienstag. Bei den Gesprächen mit anderen Opec-Ländern handle es sich lediglich um informelle Gespräche.

Beobachter sprachen zudem von einer Gegenreaktion am Ölmarkt. Der starke Ölpreisanstieg um fast zwei Dollar je Barrel am Vortag ist nach Einschätzung von Commerzbank-Analysten auch im Nachhinein nicht zu erklären. Auch die grundsätzliche Bereitschaft wichtiger Ölproduzenten zur Begrenzung des Produktionsanstiegs sei keine ausreichende Erklärung. "Die Bekundungen in Algerien stehen angesichts immer neuer Produktionsrekorde seitens der OPEC und Russlands im klaren Widerspruch zur Realität", hiess es bei der Commerzbank.

Belastet wurden die Ölpreise laut Händlern zudem durch den gestiegenen US-Dollar. Ein höherer Dollar macht Rohöl für Anleger in anderen Währungsräumen teurer.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Dienstag, dass der Korbpreis am Montag 42,16 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das waren 73 Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells./jsl/das/he

(AWP)