Ölpreise nach deutlichen Vortagesgewinnen wieder etwas gesunken

NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise haben am Dienstag nach deutlichen Vortagesgewinnen wieder etwas nachgegeben. Die erklärte Bereitschaft Russlands zu Förderbeschränkungen hatte den Preisen am Montag noch deutlichen Auftrieb verliehen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 52,44 US-Dollar. Das waren 70 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur November-Lieferung fiel um 61 Cent auf 50,74 Dollar.
11.10.2016 18:48

Am Montag hatte Brent den höchsten Stand seit Oktober 2015 erreicht, während WTI so teuer wie letztmalig im Juni 2016 gewesen war. Auslöser des Preisanstiegs waren Äusserungen von Russlands Präsident Wladimir Putin. Er versicherte, sein Land werde sich an Förderbegrenzungen oder gar Produktionskürzungen zur Stabilisierung des Ölpreises beteiligen. Derzeit beraten einige der Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Istanbul, wie sie eine Kürzungsvereinbarung von Ende September umsetzen wollen.

Experten der Internationalen Energieagentur (IEA) halten die Auswirkungen der geplanten Öl-Fördergrenze des Opec-Kartells allerdings für schwer abschätzbar. Kritische Details wie die Aufteilung der Kürzungen unter den Ländern müssten bei einem Treffen der Opec Ende November fest geklopft werden, heisst es im monatlichen Öl-Marktbericht der IEA. Bis dahin werde die Fördermenge wohl im Bereich jüngster Rekordwerte bleiben.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sprach am Dienstag nur von einem möglichen Einfrieren der Produktion. Von einer Reduktion war keine Rede. Von Vertretern russischer Ölkonzerne gab es unterdessen unterschiedliche Signale. Der Vizechef des Ölgiganten Lukoil, Leonid Fedun, sagte, dass "alle russischen Ölförderer die Produktion senken werden", sofern die Regierung dies verlange. Michail Leontjew, Vizechef von Russlands grösstem Ölproduzenten Rosneft, sprach dagegen nur von einem möglichen Einfrieren.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Dienstag, dass der Korbpreis am Montag 48,31 US-Dollar je Barrel betragen habe. Das waren 28 Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells./tos/he

(AWP)