Ölpreise steigen stark - historischer Schulterschluss von Förderländern

LONDON/NEW YORK (awp international) - Die Ölpreise sind am Montag nach angekündigten Förderkürzungen des Ölkartells Opec und anderer Förderländer stark gestiegen. Zeitweise erreichten die Preise den höchsten Stand seit Sommer 2015. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kletterte in der vergangenen Nacht in der Spitze auf 57,89 Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar kostete bis zu 54,51 Dollar.
12.12.2016 13:08

Im Vormittagshandel sind die Ölpreise wieder ein Stück weit von den Höchstständen zurückgefallen. Nordsee-Öl wurde gegen Mittag bei 56,56 Dollar gehandelt. Das waren 2,23 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl stieg um 2,18 Dollar auf 53,68 Dollar.

Am Wochenende hatten die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere Förderländer gemeinsam Produktionskürzungen angekündigt, um die Preise für Rohöl nach oben zu treiben. Die Opec und zwölf Nicht-Opec-Länder einigten sich am Samstag in Wien auf eine weitere Kürzung der Ölförderung um 558 000 Barrel am Tag. Russland will alleine 300 000 Barrel weniger produzieren.

Auch wenn am Markt von einem "historischen Schulterschluss" wichtiger Förderländer die Rede ist, bleiben Rohstoffexperten der Commerzbank skeptisch. Sie gehen nicht davon aus, dass die Ölproduzenten die hohen Erwartungen der Anleger letztendlich erfüllen werden.

"Für uns steht hinter den grossen Ankündigungen in erster Linie der Wunsch, den Ölpreis nachhaltig anzuheben", hiess es in einer Einschätzung der Commerzbank. Die Experten verwiesen in diesem Zusammenhang auf einen Widerspruch in den Aussagen aus Russland. Während Russlands Energieminister eine Produktionsdrosselung um bis zu 300 000 Barrel täglich ab Januar in Aussicht gestellt hatte, waren von führenden Ölunternehmen des Landes Pläne zur Ausweitung der Produktionsmenge vorgelegt worden./jkr/tos/fbr

(AWP)