Ölpreise wieder über 50 US-Dollar

NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen und haben über der Marke von 50 Dollar notiert. Händler nannten mehrere Gründe dafür, unter anderem den schwächeren US-Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete gegen Mittag 51,10 Dollar. Das waren 48 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 50,40 Dollar.
22.06.2016 13:17

Der Preisanstieg wurde am Markt zum einen darauf zurückgeführt, dass der amerikanische Dollar am Mittwoch zur Schwäche neigte. Rohöl für Investoren ausserhalb des Dollarraums wurde damit günstiger, was deren Ölnachfrage belebte. Zudem wurde auf die fragile politische Lage in Nigeria, dem grössten Ölproduzenten Afrikas, hingewiesen. Dort verüben Rebellen seit Wochen Anschläge auf Förderanlagen grosser Ölproduzenten. Die Rohölproduktion des Landes ist deshalb stark gefallen, was sich auf dem Weltmarkt in einem fallenden Angebot bemerkbar macht.

Einen Tag vor dem entscheidenden Urnengang in Grossbritannien steht auch der Ölmarkt im Bann eines möglichen Ausscheidens des Königreichs aus der Europäischen Union. Der Ausgang des Referendums ist ungewiss, Befürworter und Gegner eines Brexit liegen in Umfragen nahe beieinander. An den Finanzmärkten werden starke Kursschwankungen, insbesondere für den Fall eines Brexit, erwartet.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist unterdessen gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Mittwoch, dass der Korbpreis am Dienstag 46,02 US-Dollar je Barrel betragen habe. Das waren 22 Cent weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells./bgf/jsl/stb

(AWP)