OPEC-Förderkürzung gibt Börsen in Fernost Auftrieb

Hongkong/Tokio (awp/sda/reu) - Die überraschende Einigung der Opec-Staaten auf eine Begrenzung der Öl-Fördermenge hat am Donnerstag die Aktienmärkte in Fernost beflügelt. Die Anleger reagierten mit Erleichterung auf den ersten Schritt der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) dieser Art seit 2008.
29.09.2016 09:36

Zuletzt hatte der Preisverfall immer wieder Konjunktursorgen geschürt, weil er sowohl den Förderländern als auch den Energieunternehmen zusetzte. Allerdings hielten sich die Kursgewinne in Grenzen. Die Investoren wollten sich wohl vor der US-Präsidentschaftswahl im November nicht weit aus der Deckung wagen, sagten Händler.

In Tokio schloss der Nikkei 1,4 Prozent fester mit 16'693 Punkten. Exportwerte profitierten davon, dass wegen der gestiegenen Risikofreude die Anleger den sicheren Hafen Yen wieder in Richtung Dollar verliessen.

So verteuerten sich die Aktien des Baumaschinenherstellers Komatsu um 2,55 Prozent und die von Panasonic um 2,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte 0,7 Prozent höher. Die Börse in Shanghai stieg um 0,4 Prozent. Am Mittwochabend hatten bereits die US-Börsen im Zuge der OPEC-Entscheidung zugelegt.

Die OPEC hatte sich bei ihrem informellen Treffen in Algier auf Massnahmen zur Marktstabilisierung verständigt. Die Wende geht offenbar auf eine Annäherung des Irans und seines Erzrivalen Saudi-Arabien zurück. Die OPEC kürzt die Produktion zwar nur mässig, doch für die Märkte kam die Einigung überraschend.

Die Ölpreise schossen mehr als fünf Prozent in die Höhe. Analysten warnten allerdings, dass mit dem steigenden Preis auch für die US-Frackingfirmen die Produktion wieder attraktiver werde, was das Angebot wieder erhöhen könne. Diese hatten zuletzt wegen des Preisrutsches ihre kostspielige Förderung massiv eingeschränkt.

(AWP)