Opec-Staaten beraten über niedrigen Ölpreis

(Ausführliche Fassung)
28.09.2016 18:15

ALGIER (awp international) - In der algerischen Hauptstadt Algier sind die Mitglieder des Opec-Kartells am späten Mittwochnachmittag zu einem informellen Treffen zusammengekommen, um über Lösungen zur Stabilisierung des niedrigen Ölpreises zu diskutieren. Dabei stehen auch ein zeitweiser Förderstopp oder eine Förderbeschränkung im Raum.

Im Rahmen des Internationalen Energieforums in Algier appellierte Katars Energieminister Mohammed Salah al-Sada an die Staaten, gemeinsam für eine Stabilisierung der Preise zur sorgen. In der Vergangenheit habe man es durch Kooperationen und Kompromisse geschafft, auch schwierige Zeiten zu durchstehen, sagte al-Sada. "In den bisherigen Gesprächen habe ich festgestellt, dass alle den Einsatz zeigen, an einer Lösung mitzuarbeiten, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern."

Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa hatte vor dem Treffen deutlich gemacht, dass ein Preis von im Schnitt unter 50 US-Dollar pro Barrel Öl (159 Liter) nicht tragbar sei und den Markt und die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gefährde. Die Opec-Staaten gaben den Durchschnittspreis für die verschiedenen Ölsorten am Mittwoch mit 42,30 Dollar an. Noch vor zwei Jahren lagen die Preise jenseits der 100 Dollar-Marke pro Barrel.

Vor allem Unstimmigkeiten zwischen den grossen ölproduzierenden Ländern Saudi-Arabien und Iran hatten bisher einer Einigung auf eine Begrenzung der Fördermengen im Wege gestanden. Nicht-Opec-Mitglied Russland, ebenfalls wichtiger Ölproduzent auf dem Markt, zeigte sich bereit zu Gesprächen mit der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). "Sollte es ein Angebot geben zu einem Treffen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, nehmen wir es an", sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge. An dem informellen Treffen in Algier nimmt Russland jedoch nicht teil.

In der Debatte über ein mögliches Einfrieren der Fördermenge unterstütze Russland Ausnahmen, betonte Nowak. Als Beispiele nannte er den Iran sowie Nigeria und Libyen. "Aber in erster Linie ist das Sache der Opec, weil diese Länder Mitglieder der Organisation sind."

Die Mitgliedstaaten der Opec liefern weltweit etwa ein Drittel des Rohöls und besitzen rund drei Viertel der bekannten Reserven.

Experten rechnen mit einer baldigen Einigung, da der niedrige Ölpreis die Staatshaushalte vieler Ölexporteure schwer belastet./sus/DP/tos

(AWP)