Probleme bei Rolls-Royce gefährden Lieferpläne für neuen Airbus-Jet

26.10.2018 13:38

LONDON/TOULOUSE (awp international) - Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce bringt wegen Problemen mit dem Antrieb für den neuen Airbus-Grossraumjet A330neo die Produktionspläne des Flugzeugbauers in Gefahr. Die Produktion der Triebwerke vom Typ Trent 7000 liege weit hinter den für 2018 geplanten 30 Exemplaren zurück, heisst es in einem Brief von Rolls-Royce an seine Mitarbeiter. Bis Ende Oktober dürften erst 10 Antriebe ausgeliefert sein. Das zweistrahlige Flugzeug ist die modernisierte und spritsparendere Neuauflage des über 20 Jahre alten Langstreckenjet-Modells A330.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Die Rolls-Royce-Aktie verlor nach den Nachrichten am Freitag an der Londoner Börse zeitweise mehr als 14 Prozent an Wert. Zuletzt lag sie noch mit rund 5 Prozent im Minus. Für die Airbus-Aktie ging es in Paris zuletzt um rund 4 Prozent abwärts.

Die geplanten 30 Triebwerke von Rolls-Royce sind notwendig, damit Airbus in diesem Jahr 15 Jets des Typs an seine Kunden ausliefern kann. Die Erstauslieferung der A330neo steht noch aus - und hat gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan bereits rund ein Jahr Verspätung. Airbus muss ohnehin kämpfen, um in diesem Jahr wie geplant rund 800 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden zu übergeben. Denn auch die Auslieferungen des Mittelstreckenjets A320neo stocken seit Monaten - wegen Verzögerungen bei Zulieferern wie dem Triebwerksbauer Pratt & Whitney.

Für Rolls-Royce sind die Probleme ein weiterer Schlag, nachdem der Triebwerksbauer bereits Konstruktionsmängel bei dem Antrieb des Boeing-Langstreckenjets 787 "Dreamliner" beheben muss. Dessen Triebwerk Trent 1000 ist ein Schwestermodell des A330neo-Antriebs./stw/elm/jha/

(AWP)