ProSieben im Dax und Steinhoff im MDax erwartet

FRANKFURT (awp international) - Die Zeit ist reif: Das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 wird wohl noch in diesem Monat in den Dax aufsteigen. Der schwache Jahresstart der K+S-Aktie hingegen dürfte zugleich den raschen Ausschluss ("Fast-Exit") des Salz- und Düngerherstellers aus der ersten Börsenliga nach sich ziehen. Zudem wird der Möbelgigant Steinhoff , zu dem unter anderem der Händler Poco gehört, wohl in den MDax der mittelgrossen Unternehmen aufgenommen und auch im TecDax dürften Stühle gerückt werden.
01.03.2016 16:09

An diesem Donnerstag (3. März) kommt der Arbeitskreis Aktienindizes zur Beratung zusammen. Am selben Abend werden etwaige Änderungen in der Dax-Familie von der Deutschen Börse bekannt gegeben. Die Umsetzung erfolgt dann zum 21. März. Wichtig sind solche Änderungen vor allem für Fonds, die den Index exakt nachbilden (ETF), da sie diese dann entsprechend umschichten und umgewichten müssen, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat.

"Nach der Dax-Aufnahme des Immobilienunternehmens Vonovia im vergangenen Herbst verbreitert sich die Branchenpalette nun wohl weiter", sagte Index-Experte Uwe Streich von der LBBW auf die zu erwartende Aufnahme von ProSiebenSat.1. Der Rückstand der K+S-Aktie in punkto Börsenwert sei so gross, dass er nicht mehr aufgeholt werden dürfte.

Nach grösseren Aktienplatzierungen Ende 2013 und Anfang 2014 steht ProSiebenSat.1 schon länger in den Startlöchern für eine Aufnahme in den deutschen Leitindex. Dabei ist die Klettertour, die das Papier des Fernsehunternehmens seit seinem Rekordtief von 0,88 Euro im Jahr 2009 eingeschlagen hat, atemberaubend: Das Kursplus beläuft sich seit damals auf aktuell mehr als 5100 Prozent.

Zum voraussichtlich baldigen MDax-Mitglied K+S dürfte sich Index-Experten zufolge auch der erstmals im Dezember an der Frankfurter Börse notierte Möbelhändler Steinhoff gesellen. Mit Blick auf den am Streubesitz orientierten Börsenwert in Höhe von bald 10 Milliarden Euro hat die Aktie sogar das Potenzial zu einem künftigen Dax-Aufsteiger. Doch da das Unternehmen seinen wirtschaftlichen Sitz im südafrikanischen Johannesburg hat und dort der Löwenanteil des Börsenumsatzes gemacht wird, "ist eine Dax-Mitgliedschaft noch in weiter Ferne", so Streich.

Neben Steinhoff könnten laut Streich und Commerzbank-Analystin Sophia Wurm auch noch das Immobilienunternehmen Alstria Office Reit in den MDax aufsteigen und womöglich noch Schaeffler . Doch beim Autozulieferer sind die beiden vorsichtig, steht doch Wincor Nixdorf kurz vor der Übernahme durch den US-Kassenautomatenhersteller Diebold. Da könnte es sein, dass die Deutsche Börse Schaeffler noch nicht aufsteigen lasse, um im Fall eines Ausscheidens von Wincor aus dem MDax noch einen geeigneten Aufstiegskandidaten in petto zu haben.

Weichen müssen aus dem Index der mittelgrossen Werte wohl die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co , die dann in den SDax kämen und die des Autohändlers ElingKlinger . Falls noch Schaeffler aufsteigt dürfte es noch das Stahlunternehmen Salzgitter erwischen.

All dieser Wirbel mischt auch den SDax kräftig auf, auf den zudem noch bis zu drei weitere Neuaufnahmen zukommen könnten: Die beiden Index-Experten sehen noch den Versicherer W&W , die Container-Reederei Hapag-Lloyd und womöglich auch Washtec , einen Autowaschstrassen-Bauer, im Index der kleineren Werte. Als abstiegsgefährdet gelten neben MLP und Sixt Leasing auch Hornbach Baumarkt und Schaltbau .

Im TecDax wird erwartet, dass der 3D-Metalldruckerhersteller SLM Solutions den IT-Dienstleister QSC ersetzen wird./ck/he

(AWP)