Spanien will Fachkräfte zurück ins Land holen

Spanien will die während der Krise zu Hunderttausenden ausgewanderten jungen Menschen wieder zurück ins Land locken. Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez werde Strategien erarbeiten, um vor allem die Rückkehr der gut ausgebildeten jungen Fachkräfte zu erreichen, kündigte die Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Yolanda Valdeolivas, am Freitag in Toledo in der Region Kastilien-La Mancha an.
26.10.2018 18:28

Neben anderen Massnahmen gehe es darum, unsichere Arbeitsverhältnisse und befristete Arbeitsverträge soweit wie möglich einzuschränken und die Schaffung von qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen zu fördern, erklärte sie.

Auf regionaler Ebene gibt es in Spanien bereits verschiedene Initiativen, die spanische Auswanderer ins Land zurückholen sollen. Diese stehen aber noch am Anfang. Ein Beispiel ist Kastilien-La Mancha. In Toledo berichteten die Regionalbehörden, man habe in den vergangenen Monaten die Rückkehr von 79 Fachkräften in die Autonome Gemeinschaft erreicht. Hingegen hätten 33 000 junge Spanier aus der Region das Land zwischen 2008 und 2015 verlassen.

Nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 wanderten Hunderttausende Spanier aus, darunter vor allem hoch qualifizierte junge Menschen. Die Zahl der im Ausland lebenden Spanier stieg nach Angaben der Statistikbehörde INE von knapp 1,5 Millionen im Jahr 2009 auf gut 2,4 Millionen im vergangenen Jahr. 2017 kehrten weitere knapp 90 000 Spanier ihrem Land den Rücken, obwohl die Arbeitslosenquote nach dem Rekordhoch von 26,9 Prozent im Jahr 2013 auf zuletzt rund 15 Prozent fiel./sco/DP/stw

(AWP)