Springer will im Streit mit Kachelmann vor den BGH ziehen

BERLIN (awp international) - Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen dem Wettermoderator Jörg Kachelmann und dem Axel Springer Konzern sind noch nicht zu Ende. In dem Streit um Schmerzensgeld wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten strebt das Medienunternehmen eine Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe an, wie ein Sprecher der Axel Springer SE am Montag in Berlin sagte. Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) Köln den Verlag Mitte Juli zur Zahlung von 395 000 Euro verurteilt und keine Revision zugelassen hatte, habe er nun eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde vor dem BGH eingelegt. Damit ficht der Verlag die OLG-Entscheidung an.
15.08.2016 17:11

Durch Strafzahlungen dieser Grössenordnung dürfe die wahrheitsgemässe Berichterstattung über Gerichtsverfahren gegen bekannte Persönlichkeiten nicht sanktioniert werden, sagte der Unternehmenssprecher. Das Oberlandesgericht hatte die Höhe des Schmerzensgeldes bereits deutlich verringert. Das Landgericht Köln hatte Kachelmann in erster Instanz 635 000 Euro zugesprochen. Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Die "Bild"-Zeitung hatte in der Berichterstattung über den Prozess nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrfach die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt./ah/DP/jha

(AWP)