Triebwerksbauer MTU erhöht Prognose für 2018 erneut

25.10.2018 10:43

MÜNCHEN (awp international) - Beim Triebwerksbauer MTU wächst in diesem Jahr stetig die Zuversicht. Bei den Münchenern läuft das Geschäft mit Wartung und Ersatzteilen prächtig. Im dritten Quartal florierte der Bereich so stark, dass Konzernchef Reiner Winkler am Donnerstag die Ziele für 2018 anhob - zum zweiten Mal in diesem Jahr. An der Börse reagierten die Investoren begeistert, die Aktie kletterte zeitweise um mehr als 5 Prozent.

Vor allem das Ersatzteilgeschäft und die Wartung ziviler Flugzeuge habe im dritten Quartal die Erwartungen des Unternehmens erneut übertroffen, sagte Chef Winkler zur Vorlage der Quartalszahlen in München. Er stellt nun für 2018 einen Umsatzzuwachs auf 4,4 Milliarden Euro in Aussicht, nach 3,9 Milliarden im Vorjahr. Dabei sollen sich auch Währungseffekte insbesondere durch die Dollarentwicklung positiv auswirken. Zu Jahresbeginn noch zurückhaltend, hatte MTU bereits im Juli seine Prognosen angehoben, zuletzt wurde ein Umsatzzuwachs auf 4,2 Milliarden anvisiert.

Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) soll nun rund 660 Millionen Euro (Vorjahr: 573 Mio) erreichen. Hier hatte MTU zuletzt als Ziel noch etwa 640 Millionen Euro ausgegeben. Den Zielwert beim bereinigten Überschuss hob das Unternehmen von 450 auf rund 470 Millionen Euro an, im Vorjahr hatte der Konzern knapp 405 Millionen verdient.

Der MTU-Konzern profitiert unter anderem davon, dass er an dem Triebwerk für den Mittelstreckenjet A320 beteiligt ist. Auch beim Antrieb für den modernisierten Nachfolger A320neo ist das Unternehmen mit dabei. Das sogenannte Getriebefan-Triebwerk bereitete Entwickler Pratt & Whitney technische Probleme, erwies sich im dritten Quartal aber als wichtiger Umsatzbringer - ebenso wie ein Triebwerk, das in den Boeing-Modellen 787 Dreamliner und der 747-8 zum Einsatz kommt.

Der Verkauf neuer Triebwerke ist für die Hersteller indes in der Regel weniger profitabel oder sogar mit Verlusten verbunden. Zurzeit drückt bei MTU der neue Getriebefan auf die Profitabilität. Das bereinigte Ebit erhöhte sich zwischen Juli und September zwar um 21 Prozent auf 174 Millionen Euro, die bereinigte operative Marge ging jedoch von 15,5 Prozent im Vorjahr auf 14,9 Prozent zurück. Allerdings rechnet der Konzern mit einem weiter steigenden Wartungsbedarf der Kunden. Ende September wurde deshalb gemeinsam mit der Lufthansa der Grundstein für einen Getriebefan-Instandhaltungsort in Polen gelegt.

Konzernweit stiegen die Erlöse um 27 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Der für die Konzernprognose massgebliche und um Sondereffekte bereinigte Gewinn stieg um 22 Prozent auf knapp 126 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte das Ergebnis um knapp ein Drittel auf 118 Millionen Euro. Damit übertrumpfte MTU sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebniskennziffern die Erwartungen der Analysten. Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan lobte, dass das Unternehmen das zweite Quartal in Folge besser abgeschnitten habe als gedacht.

Die Amtszeit von MTU-Chef Winkler war erst am Vortag vom Aufsichtsrat für weitere fünf Jahre bis September 2024 verlängert worden. Der Manager, der den MDax-Konzern seit Anfang 2014 leitet, hat für diese Zeit einen kräftigen Ergebnisanstieg vorzuweisen. Auch die Belegschaft wächst, zum Quartalsende beschäftigte MTU rund 9500 Mitarbeiter - 8 Prozent mehr als Ende 2017./tav/nas/fba

(AWP)