Trump: Medien nutzen Briefbomben-Serie politisch gegen mich

US-Präsident Donald Trump hat den Medien vorgeworfen, mit ihrer Berichterstattung über die jüngste Briefbomben-Serie erneut Politik gegen ihn zu betreiben. Damit würden sie die Bevölkerung entzweien.
27.10.2018 09:30

Sie hätten die "finsteren Taten eines Einzelnen" genutzt, um "politische Treffer gegen mich und die Republikanische Partei zu landen", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf einer Wahlkampfveranstaltung in Charlotte. Die Menschenmenge reagierte mit Schmährufen gegen den US-Nachrichtensender CNN.

Trump sagte anschliessend weiter: "Die ständige unfaire Berichterstattung der Medien und ihre negativen Angriffe dienen nur dazu, die Menschen zu entzweien und eine gesunde Debatte zu untergraben."

Verschärfung der Rhetorik

Nach der Festnahme im Fall der Serie von Briefbomben an Kritiker von Donald Trump hatte der US-Präsident aber umgehend klargestellt, dass er nichts an seiner Rhetorik ändern will. Er habe seinen Ton bereits abgemildert, sagte er am Freitag auf eine Frage einer Journalistin. Wenn überhaupt, habe er einen Grund dazu, seine Rhetorik noch zu verschärfen, weil die Medien ihn und die Republikaner unfair behandelten, führte er weiter aus.

Nach der Serie von Briefbomben an prominente Kritiker von Trump hatte die Polizei zudem einen Verdächtigen festgenommen. Bei dem Mann soll es sich um ein Mitglied der Republikaner handeln.

Erniedrigung von Leuten

Die Ex-Konkurrentin von Donald Trump, Hillary Clinton, gab indes dem US-Präsidenten indirekt eine Mitschuld an den Briefbomben. "Wir leben in einer Zeit, in der die Atmosphäre unberechenbar und hasserfüllt ist und wir haben einen Präsidenten, der die ganze Zeit rücksichtslose Rhetorik praktiziert, die alle möglichen Leute erniedrigen und dämonisieren soll", sagte Clinton am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung im New Yorker Kulturzentrum 92Y.

"Er peitscht die Zuschauer auf, die zu ihm kommen, und es ist fast wie eine Sucht: Er treibt sie an und sie geben ihm das zurück, was er anscheinend braucht, um sich stark und wichtig zu fühlen", sagte Clinton weiter. "Das ist tragisch, aber auch sehr gefährlich."

(AWP)