UBS-Studien drücken Deutsche Bank und Commerzbank ins Minus

Skeptischere Einschätzungen der UBS haben die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank am Montag belastet. So ging es bis zum späten Vormittag für die Papiere des hiesigen Branchenprimus Deutsche Bank um rund 2 Prozent auf 6,703 Euro nach unten. Im frühen Handel waren sie bis auf 6,690 Euro abgesackt, womit sie nur noch knapp über ihrem bisherigen, Ende Dezember erreichten Tief von 6,678 Euro notierten.
20.05.2019 12:10

Die Anteilsscheine der Commerzbank büssten knapp 3 Prozent ein. Sie haben sich zuletzt im Bereich der 200-Tage-Linie festgelaufen, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt. Damit schlugen sich zu Wochenbeginn beide Aktien schlechter als die Indizes, in denen sie vertreten sind: Sowohl der deutsche Leitindex Dax als auch der MDax der mittelgrossen Werte gaben jeweils weniger deutlich nach.

Die Deutsche Bank kommt nach Einschätzung von UBS-Experte Daniele Brupbacher nicht so schnell wieder auf einen grünen Zweig. Wegen des weiter niedrigen Zinsniveaus und der deswegen wohl anhaltenden Ertragsflaute für das Institut reduzierte der Experte seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2020 und 2021 deutlich.

Brupbacher geht davon aus, dass sich der Überschuss nur schleppend erholt und die Deutsche Bank damit weiter deutlich hinter der Konkurrenz hinterherhinkt. Zudem verwies der Fachmann auf die wenigen strategischen Optionen, die die Deutsche Bank nach den gescheiterten Gesprächen über eine Übernahme der Commerzbank habe. Eine radikale Strategie-Kehrtwende wie das deutliche Eindampfen des Investmentbankings könne sich die Bank derzeit nicht leisten, da das erst einmal für einen heftigen Verlust sorgen würde und damit wohl weiterer Kapitalbedarf entstehen würde.

Die erwartete Kapitalrendite und die begrenzten strategischen Optionen rechtfertigten nun nicht mehr das alte Kursziel, dementsprechend reduzierte Brupbacher dieses um 27 Prozent auf 5,70 Euro. Da das neue Ziel deutlich unter dem aktuellen Niveau liegt, empfahl er die Papiere nun zum Verkauf.

Die Commerzbank-Aktien haben nach ihrem jüngsten Höhenflug nach Einschätzung von Brupbacher keine Luft mehr nach oben. Das Institut mache zwar bei vielen Punkten Fortschritte, aber der Gegenwind vor allem durch die anhaltend niedrigen Zinsen sei einfach zu hoch. Der Experte kürzte deshalb seine Gewinnschätzungen für die Bank für die Jahre 2019 bis 2022 deutlich.

Dementsprechend senkte Brupbacher das Kursziel um 27 Prozent auf 7,40 Euro. Da das neue Kursziel leicht unter dem zuletzt erreichten Niveau liegt, strich er nun die Kaufempfehlung für die Anteilsscheine. Damit dürfte seiner Einschätzung nach die jüngste Rally der Papiere beendet sein. Der UBS-Analyst sieht aus fundamentalen Gründen keine weitere Unterstützung für die Aktien.

Neuen Schwung könnten seiner Einschätzung nach gleichwohl zum Beispiel neue Spekulationen auf eine Übernahme bringen. Dies stehe aber nicht unmittelbar an. Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, dass entweder die niederländische ING oder die italienische Unicredit , die beide bereits hierzulande aktiv sind, zuschlagen könnten. Die Commerzbank selbst hatte hier allerdings die Erwartungen eher gedämpft.

Ebenso könnte die Bekanntgabe einer neuen Strategie im Herbst für neue Fantasie sorgen, fuhr der Experte fort. Commerzbank-Chef Martin Zielke steht nach den gescheiterten Gesprächen mit der Deutschen Bank unter Druck. Berichten zufolge tritt der Aufsichtsrat der Bank am Dienstag zusammen, um von ihm zu hören, was er jetzt vorhat./la/zb/jha/

(AWP)

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