UniCredit-CEO stellt Governance-Reform vor

Italiens grösste Bank UniCredit will sich den Standards der besten europäischen Banken anpassen. Bei der am (morgigen) Montag stattfindenden ausserordentlichen Aktionärsversammlung will UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier seinen Reformplan vorstellen.
03.12.2017 11:23

UniCredit plant eine Governance-Reform durch den Wandel der Vorzugsaktien in Stammpapiere. Mit der Massnahme soll die Kapitalstruktur der Bank vereinfacht werden. Vorgesehen ist auch die Abschaffung der bisher eingehaltenen Stimmrechtsbegrenzung von 5 Prozent. Damit soll die Bank für grosse Investoren attraktiver.

Der eingetragene Sitz des Bank-Austria-Mutterkonzerns soll nach zehn Jahren wieder von Rom nach Mailand verlegt werden. Der Sitz war vor zehn Jahren im Zuge der Akquisition der römischen Bank Capitalia in die Hauptstadt verlegt worden.

Der UniCredit-Verwaltungsrat, der im kommenden Frühjahr erneuert wird, soll schlanker werden. Die Zahl der Mitglieder wird von 17 auf 15 schrumpfen. Statt drei Vize-Verwaltungsratspräsidenten soll es nur noch einen geben. Ein Drittel der Mitglieder werden Frauen sein.

An der Aktionärsversammlung am Montag beteiligt sich auch der frühere Finanz- und Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni, der zum neuen Verwaltungsratspräsidenten anstelle des scheidenden Giuseppe Vita aufrücken wird.

Erst im März hat die Mailänder Grossbank mit einer 13 Milliarden Euro schweren Finanzspritze ihr Kapitalloch gestopft. Es war die grösste Kapitalerhöhung in Europa seit 2010. Die Reformen Mustiers wirken sich positiv auf den UniCredit-Aktienkurs aus. Dieser erreichte ein 18-Monats-Hoch und sprang über die 17-Euro-Schwelle. Seit Ende 2016 legte die Aktie 60 Prozent zu.

(AWP)