US-Anleihen: Kaum verändert trotz Brexit-Angst - Daten belasten

WASHINGTON (awp international) - Der drohende Ausstieg von Grossbritannien aus der EU (Brexit) hat am Dienstag die Kurse von US-Staatsanleihen nur kurz gestützt. Zuletzt bewegten sie sich angesichts überraschend guter Konjunkturdaten kaum vom Fleck.
14.06.2016 21:31

Das Brexit-Referendum hatte die Anleger in den letzten Tagen zunehmend in US-Staatsanleihen getrieben. Aktuell sehen mehrere der zuletzt veröffentlichten Meinungsumfragen das Lager der EU-Gegner teils deutlich vorne. Nach einem Austritt würde auch dem restlichen Europa eine längere Phase der Unsicherheit bevorstehen, erwarten Ökonomen. Daher flüchten immer mehr Anleger aus Europa in die USA. Zudem bietet der US-Anleihemarkt deutlich höhere Renditen.

In diesem Umfeld sorgten die im Mai besser als erwartet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze letztlich nur für etwas Druck auf die Anleihen. Im Vergleich zum Vormonat waren die Erlöse um 0,5 Prozent gestiegen. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Die Erwartungen für eine baldige Leitzinserhöhung in den USA wurden durch die Daten dennoch nicht deutlich verstärkt. "Es bedarf wohl eines dauerhaft robusten Datenkranzes - auch im Hinblick auf die Unternehmensstimmungen -, um die Fed unter akuten Zugzwang zu setzen", schrieben Analysten der Landesbank Helaba.

Zweijährige Anleihen stagnierten bei 100 9/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,722 Prozent. Fünfjährige Papiere gaben um 1/32 Punkte auf 101 5/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 1,136 Prozent. Zehnjährige Anleihen verloren ebenfalls 1/32 Punkte auf 100 3/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,613 Prozent. Richtungsweisende dreissigjährige Anleihen verharrten bei 101 18/32 Punkten. Sie rentierten mit 2,425 Prozent./la/he

(AWP)