US-Notenbank will Rohstoffgeschäft der Banken zügeln

WASHINGTON (awp international) - Die amerikanische Notenbank Fed will es US-Banken und anderen Finanzunternehmen erschweren, im Rohstoffgeschäft tätig zu sein. Wie die Fed am Freitagabend mitteilte, sollen die Institute dafür deutlich mehr Eigenkapital vorhalten. Betroffen ist das physische Geschäft mit Rohstoffen, also etwa der Transport oder die Lagerung. Viele Banken haben sich in den vergangenen Jahren aus diesem Geschäft wegen fallender Rohstoffpreise bereits zurückgezogen.
23.09.2016 20:37

Am stärksten von den neuen Regeln betroffen wären die beiden Wall-Street-Grössen Goldman Sachs und Morgan Stanley . Die beiden Banken verfügen über althergebrachte Rechte im Rohstoffgeschäft, die grösser sind als die anderer Banken. Die Fed schlägt für die beiden Banken eine Eigenkapitalvorhaltung von 1250 Prozent des Investitionswerts im Rohstoffsektor vor. Diese Risikogewichtung ist, verglichen mit anderen Vermögensklassen, extrem hoch. Für andere Banken, die etwa im Geschäft mit Rohstoffderivaten tätig sind, liegt die Risikogewichtung wesentlich tiefer.

Die Fed erwartet, dass die Banken infolge der neuen Regeln rund vier Milliarden US-Dollar zusätzliches Eigenkapital benötigen. Die Regeln treten nicht automatisch in Kraft. Vielmehr ist ein Anhörungsverfahren über 90 Tage vorgesehen, in dem sich Betroffene äussern können. Ziel der neuen Regeln ist die Verminderung von Risiken im Finanzsystem, die aus Engagements im Rohstoffsektor resultieren./bgf/jha/ -----------

(AWP)