Vier Ex-Banker in London wegen Zinsmanipulationen verurteilt

LONDON (awp international) - Wegen Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor sind vier ehemalige Mitarbeiter der britischen Grossbank Barclays zu Gefängnisstrafen von bis zu sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Laut dem am Donnerstag verkündeten Urteil eines Londoner Gerichts verschafften sich die Händler zwischen 2005 und 2007 betrügerisch Vorteile, indem sie den Libor manipulierten. Dieser Zinssatz regelt die Kosten, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen und beeinflusst weltweit Finanzgeschäfte in Billionen-Höhe.
07.07.2016 19:07

Die Angeklagten hätten mit ihren betrügerischen Millionengeschäften einen Mangel an Integrität bewiesen, befand der Richter. Ein wichtiges Beweismittel der Ermittler der britischen Betrugsbehörde SFO (Serious Fraud Office) war in dem Prozess der E-Mail-Verkehr der Beteiligten gewesen. Den Schuldspruch hatte die Jury bereits vergangene Woche gefällt, das Strafmass stand noch aus.

Der Skandal um manipulierte Zinssätze war 2011 ins Rollen gekommen, die Aufarbeitung läuft noch. Einer der Drahtzieher war vergangenen August zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, die Strafe wurde später auf elf Jahre herabgesetzt. Insgesamt hat das SFO bislang 13 Verdächtige angeklagt, gegen sieben Händler von Barclays und Deutscher Bank soll der Prozess in einem Jahr beginnen. Viele der weltweit mindestens 16 darin verwickelten Banken mussten bereits teure Vergleiche und Strafen zahlen./bs/DP/she

(AWP)