ABB-Aktie nach Quartalszahlen gesucht - Basisaufträge als ermutigendes Zeichen

Die Aktien von ABB legen am Donnerstag im frühen Geschäft zu und etablieren sich in der Spitzengruppe im SMI. Das am Morgen vorgelegte Ergebnis hat die Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn übertroffen. Der Auftragseingang insgesamt wird in Analystenkreisen teils als enttäuschend bezeichnet, wobei allerdings die Mehrheit der Kommentatoren den Anstieg bei den Basisaufträgen als positiven Faktor sieht. Da die Aktie über die vergangenen Börsentage schlecht gelaufen ist und am Vortag auch noch die Dividende abgezogen wurde, hat sie nun auch etwas Luft nach oben.
20.04.2017 09:53

Bis um 09.25 Uhr ziehen ABB um 1,7% auf 22,66 CHF an, dies bei knapp einem Fünftel eines üblichen Tageshandelsvolumens. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,40% höher.

Während etwa die UBS den Bestellungseingang als schwach bezeichnet, sieht die Bank Vontobel im Anstieg der Basisaufträge eine positive Überraschung.

Ähnlich sieht dies Société Générale, welche zwar das Verpassen der Schätzungen zum Bestellungseingang als Überraschung bezeichnet, gleichzeitig aber den Anstieg der Basisaufträge auf vergleichbarer Basis sowie die Entwicklung der Margen als ermutigende Zeichen lobt - welche den Aktienkurs stützen sollten. Wie etwa auch die UBS oder andere Banken verweist SG auf den Umstand, dass sich die ABB-Aktien über die vergangenen sechs Börsentage schwach entwickelt haben, was diesen heute zu Gute kommen sollte.

Auch Barclays bezeichnet die Entwicklung bei den Basisaufträgen als ermutigend. Trotz enttäuschender Marge der Division Robotics & Antriebe sei das Ergebnis insgesamt solide ausgefallen. Für die Deutsche Bank ist die Hauptüberraschung der Fortschritt der Marge in der Division Stromnetze. Insgesamt sieht sie aber die Ergebnisse wie die Zürcher Kantonalbank mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. Letztere verweist darauf, dass einzig der einmalige Veräusserungsgewinn das Ergebnis "aufgehübscht" habe.

Dass der EBITA in absoluten Zahlen tiefer ausgefallen ist als im Vorjahr, sei ein Zeichen dafür, dass die Kostensenkungsmassnahmen ausgereizt seien, heisst es in einem Kommentar von Jefferies. Und den Rückgang des Bestellungseingangs um 3% sowie den wiederholten Hinweis, dass 2017 ein Übergangsjahr sei, deute auf eine anhaltende Unterperformance hin. Positiv sei das Erreichen des Margenzielbandes der Division Power Grids, dagegen habe die Division Robotics & Antriebe etwas enttäuscht und auch in der Division Electrification Products sei die Marge unter das angestrebte Zielband gefallen.

Gut kam auch insgesamt das deutlich über den Konsensschätzungen liegende organische Umsatzwachstum an. Während die Geschäftsbereiche Electrification Products und Industrial Automation stärker als erwartet zum Umsatz beitragen konnten, überraschen beim operativen EBITA insbesondere die Bereiche Industrial Automation und Power Grids.

cf/rw

(AWP)