ABB-Aktien am Investorentag fester - Margenziel für Stromnetze höher

Zürich (awp) - Die Akten von ABB können am Capital Markets Day (CMD) zulegen. Nach noch einer verhaltenen Eröffnung zogen die Titel mit einem freundlichen Gesamtmarkt an. Keine Aufspaltung des Konzerns, ein neues Aktienrückkaufprogramm ab 2017 - und die Anhebung des Margen-Zielkorridors für Stromnetze wird von den Analysten positiv gewertet. Statt der kolportierten Bereichsverkäufe setzt der Industriekonzern auf eine Transformation der Divisionen und Kooperationen.
04.10.2016 09:40

Bis um 09.35 Uhr ziehen ABB um 0,7% auf 22,14 CHF an. Zeitweise wurde das 52-Wochenhoch von Anfang September fast erreicht. Gehandelt sind bis anhin gut ein Fünftel eines üblichen Handelsvolumens. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,5% höher.

Der CMD habe keine Überraschungen hervorgebracht, schreibt der Analyst der ZKB. Auch der Analyst der Bank Vontobel hatte das Festhalten an Power Grids erwartet. ABB betone am Capital Markets Day seine starke Positionierung in Bezug auf die Digitalisierung und will dies weiter vorantreiben. Insbesondere die Anhebung des Margenziels für Stromnetze und das höhere Sparziel für den Gesamtkonzern bis 2017 werden bei Vontobel begrüsst. Bei etwas konjunkturellem Rückenwind rechnet der Experte mit einer noch besseren Gelegenheit für ABB, der Profitabilität deutlichen Schub zu geben. Das Kursziel von 23 CHF wird auf eine Anhebung geprüft und die Bewertung lautet "Buy".

Als einen strukturellen Schritt in die richtige Richtung werden die Pläne von CEO Ulrich Spiesshofer bei Morgan Stanley bewertet. Als wichtigste Punkte sieht der Analyst die Kooperationen bei EPC-Grossprojekten (Engineering, Procurement, Construction) mit Fluor und Aibel. Auch die Digitalisierungs-Strategie wird begrüsst. Die Signale bei den Margen werden jedoch als gemischt gewertet. Der Analyst bewertet die Aktien als "Equal-weight" und sieht das Kursziel bei 21,70 CHF.

Wenig beeindruckt zeigt sich der Analyst von Goldmann. Bis auf die Ziele für die Sparte Stromnetze seien die Prognosen für das Gesamtunternehmen nicht geändert worden. Das erwartete Umsatzwachstum von 3-6% hält er für "sehr optimistisch". Positiv wird gewertet, dass das Risiko in der Sparte Stromnetze durch zwei Partnerschaften im Projektgeschäft gesenkt werde und auch das höhere Sparziel wird begrüsst. Angesichts der im Vergleich zu Wettbewerbern hohen Bewertung rechnet er nicht mit einer Neueinstufung.

Die Anleger könnten von den Ankündigungen am CMD etwas enttäuscht sein, heisst es hingegen bei Jefferies, insbesondere da der Kurs bereits in Vorfeld angezogen hatte. Die Margenanhebung bei Stromnetze und die Beibehaltung der Ziele für das Gesamtunternehmen bedeute effektiv eine Margensenkung in den übrigen Divisionen, betont der Analyst. Auch hier wird das Wachstumsziel als ambitioniert gewertet.

yr/cp

(AWP)