ABB-Aktien auf der Verliererseite - Margenentwicklung enttäuscht

Die ABB-Valoren stehen am Mittwoch im frühen Handel unter kräftigem Abgabedruck. Der Industriekonzern hat vorbörslich die Jahreszahlen 2016 veröffentlicht, die in Analystenkreisen indes mit gemischten Eindrücken aufgenommen wurden. So schnitt ABB zwar beim Umsatz und Auftragseingang besser ab als erwartet, verfehlte aber bei den Gewinnziffern die Markterwartungen.
08.02.2017 10:07

Die ABB-Aktien geben bis 9.55 Uhr 2,5% auf 22,74 CHF nach. Der Gesamtmarkt zeigt sich gemessen am SMI mehr oder weniger unverändert. Nach den kräftigen Kursgewinnen der ABB-Valoren in den vergangenen Monate erklären sich die deutlichen Kurseinbussen teilweise durch Gewinnmitnahmen.

Die Grossbank UBS hält in einer ersten Einschätzung fest, dass ABB die Umsatzerwartungen zwar übertroffen habe, die Marge für das operative EBITA aber 20 Basispunkte unter der Konsensschätzung ausgefallen sei. Verantwortlich dafür macht der UBS-Analyst vor allem die beiden Divisionen Electrification Products und Discrete Power Automation & Motion (DAM). Auch bei Vontobel wird auf die enttäuschende Marge hingewiesen. Allerdings relativiert Vontobel dies ein stückweit aufgrund von Sondereinflüssen, die das operative EBITA belastet haben.

Vergleichbar stuft auch das Researchhaus Jefferies den Abschluss ein, konstatiert aber überdies, dass der vorsichtige Ausblick von ABB im Kontrast zu den optimistischen Einschätzungen der beiden Branchenkonkurrenten Siemens und Atlas stehe. Alles in allem stuft Jefferies die Titel nicht zuletzt aus Bewertungsgründen mit 'Underperform' ein und gibt ein Kursziel von 18,18 CHF an, was deutlich unter den aktuell gezahlten Kursen liegt.

Mit Blick nach vorne blieb ABB zumindest kurzfristig weiterhin zurückhaltend. Makroökonomische und geopolitische Entwicklungen würden ein uneinheitliches Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten signalisieren, hiess es. Vor diesem Hintergrund spricht ABB von einem Übergangsjahr. Dies wird auch in Analystenkreisen mehrheitlich so eingestuft. Dabei gebe es aber ermutigende Zeichen, heisst es. Gemäss UBS beispielsweise verweist ABB im Ausblick nicht mehr explizit auf die verhaltene Situation in China hin. Auch Vontobel sieht teilweise positive Anzeichen für das China- als auch das US-Geschäft.

Morgan Stanley wiederum schreibt, in einem grösseren Kontext sei wichtig, dass ABB zum Wachstum zurückgekehrt sei - der anhaltenden Marktbedenken zu den Auftragseingängen zum Trotz. Werde sich das Wachstum im Jahresverlauf fortsetzen, so seien die Konsenserwartungen für das operative EBITA mit einer Verbesserung von 100 Mio USD im Jahresvergleich "(viel) zu konservativ." Entsprechend zuversichtlich ist Morgan Stanley für die Valoren derzeit gestimmt. ABB werden da mit 'Overweight' und einem Kursziel von 24,60 CHF geführt.

pen/cp

(AWP)