ABB-Aktien nach weiterer Margenverbesserung gesucht

Zürich (awp) - Die Aktien von ABB sind am Donnerstag mit klar höheren Notierungen in die Sitzung gestartet und bewegen sich in der Spitzengruppe des SMI. Der am Morgen vorgelegte Zahlenkranz für das zweite Quartal hat wie schon derjenige zum ersten die Erwartungen zu Auftragseingang und Umsatz verpasst, dafür jene zur Profitabilität übertroffen. Die Kostensenkungsmassnahmen greifen offenbar und haben die EBITA-Marge trotz geringerem Umsatz um einen ganzen Prozentpunkt steigen lassen. Der Ausblick von ABB ist gewohnt defensiv, wobei der Brexit als zusätzliche Erschwernis erwähnt wird.
21.07.2016 09:43

Bis um 09.35 Uhr ziehen ABB um 1,8% auf 20,44 CHF an. Gehandelt sind bis anhin gut ein Viertel eines üblichen Handelsvolumens. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,17% höher.

Die Mehrheit der Analysten verweist in ihren Kommentaren auf den schwachen Auftragseingang und darauf, dass dies vor allem auf die Grossaufträge und hinsichtlich der Divisionen auf die Prozessautomation zurückzuführen sei. Die Basisaufträge hätten dagegen die Erwartungen erfüllt, schreibt beispielsweise die Bank Société Générale in einem Kommentar.

Für alle Kommentatoren hat sich dagegen die operative Marge noch stärker verbessert als zuvor gedacht. Die Kostenersparnisse hätten das Quartal gerettet, meinte eine Marktstimme. Und für die Deutsche Bank läuft das Ergebnis unter dem Titel "solide Umsetzung". Letztere geht davon aus, dass die Konsensschätzungen für ABB um 2 bis 3% nach oben revidiert werden.

Kepler Cheuvreux prognostiziert gar Aufwärtsrevisionen von 3 bis 4% und eine ebensolche Reaktion der Aktie. Das Resultat unterstreiche die guten Fortschritte auf der Kostenseite und in der Generierung von Barmitteln, schreibt das Institut. Positive Überraschungen seien entsprechend der operative Cashflow sowie der Reingewinn.

Auch die Zürcher Kantonalbank bezeichnete das Ergebnis als "operativ überraschend stark". Zwar seien die Erwartungen hinsichtlich Auftragseingang und Umsatz nicht erfüllt worden, dank den Power-Divisionen habe aber der EBITA über den Schätzungen gelegen. Die Bank Vontobel verspricht sich für ABB einen grossen Profitabilitätsschub, sollten dereinst die Märkte nur ein bisschen Rückenwind liefern.

Jefferies verweist in einer Kurzeinschätzung auf die Book-to-Bill-Ratio, welche auf 0,96 und damit auf unter 1 zurückgekommen ist sowie auf die Erwähnung des Brexit als neuen Unsicherheitsfaktor. Dank der Margenverbesserung sei der Druck auf ABB gesunken, die derzeit unter einer Überprüfung stehende Sparte Stromnetze verkaufen zu müssen.

cf/ra

(AWP)