ABB-Chef: Wollen mit Industriesoftware Milliarden erwirtschaften

Der schweizerische Industriekonzern ABB rechnet durch neue Angebote in der Industriesoftware mit milliardenschweren Umsatzchancen. Über die Software des Konzerns seien bereits 70 Millionen Maschinen miteinander verbunden, sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer im Interview dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Würde man das ABB Ability getaufte neue Digitalangebot bei allen Kunden installieren, dann könnten diese rund 1 Billion Dollar an Kosten einsparen. "Wenn davon bei uns nur zwei Prozent bleiben, und das ist konservativ geschätzt, ist das ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 20 Milliarden Dollar", sagte er.
24.04.2017 11:09

Wie ABB versuchen auch die Rivalen Siemens und General Electric mit Software deutlich zu wachsen. Dabei setzen die Unternehmen auf die zunehmende digitale Vernetzung der Produktionsabläufe bei ihren Kunden. Bei Siemens ist die Sparte "Digitale Fabrik" eine der Renditeperlen.

Spiesshofer will die Stellung bei Industrierobotern zudem deutlich ausbauen. Bereits jetzt sei ABB eine starke Nummer zwei hinter dem japanischen Maschinenbauer Fanuc. "Und wir werden die Nummer eins bei Industrierobotern werden. Das ist ganz klar unser Anspruch", sagte Spiesshofer.

Wachstum aus eigener Kraft hat nach einigen Jahren mit Rückgängen nun Vorrang für Spiesshofer. Doch auch weitere Zukäufe schloss der Deutsche mit Schweizer Pass nicht aus. "Wir halten unsere Augen immer offen." Zuletzt hatte ABB den österreichischen Spezialisten für Industrieautomatisierung B&R gekauft und ist damit näher an Weltmarktführer Siemens herangerückt. "Wir wollen weiterhin prozentual zweistellig in der Industrieautomatisierung wachsen."

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(AWP)