ABB-CMD: Stromnetze wird behalten und weiter transformiert - Margenziel erhöht

Zürich (awp) - Der Industriekonzern ABB will an der Sparte Stromnetze (Power Grids) festhalten. Sie soll allerdings weiter transformiert werden, wie ABB am Dienstag anlässlich des jährlichen Capital Markets Day (CMD) mitteilt. Zentrale Bestandteile der dritten Stufe der "Next Level"-Strategie seien die Neuausrichtung der Divisionen als vier führende, unternehmerisch handelnde Einheiten, das Ausschöpfen des digitalen Potentials von ABB, das Vorantreiben des operativen Exzellenzprogramms sowie die Stärkung der Marke ABB. Im Zuge dieser neuen Stufe der Strategie erhöht ABB den Zielkorridor für die operative EBITDA-Marge in der Sparte Stromnetze ab 2018 um 200 Basispunkte auf 10 bis 14%.
04.10.2016 07:06

Im Vorfeld des CMD hatten verschiedene Aktionäre, allen voran die schwedische Beteiligungsgesellschaft Cevian Capital, den schon vor rund einem Jahr aufgebauten Druck auf ABB hinsichtlich einer Abspaltung der Sparte noch erhöht. Die grosse Mehrheit der Analysten ging dennoch davon aus, dass ABB die Sparte behalten werde, allenfalls etwas abgespeckt.

Mit Blick auf die mit einem Umsatzanteil von knapp einem Drittel grössten Division Power Grids soll nun ein Programm unter dem Namen "Power Up" für höheres Wachstum und eine stärkere Profitabilität sorgen, sowie für eine Reduktion der Risiken. Um die Risiken im Geschäftsmodell zu minimieren werden zudem zwei neue Partnerschaften eingegangen, nämlich mit Fluor im Bereich Umspannwerke sowie mit Aibel im Bereich Offshore-Windanlagen.

Für die bereits angekündigte Veräusserung des Kabelgeschäfts erwartet ABB den Abschluss der Transaktion im ersten Quartal 2017.

Weiter erhöht ABB das Sparziel für das laufenden White Collar Productivity (WCP)-Programm um 30% auf 1,3 Mrd USD. Dabei bleibe der Zeitrahmen und die Kosten unverändert. Zuvor hatte ABB bis Ende 2017 ein Ziel von rund 1 Mrd USD genannt.

Nach dem Abschluss des Aktienrückkaufprogramms Ende September will ABB ein neues Programm auflegen. Von 2017 bis 2019 sollen Aktien im Volumen von bis zu 3 Mrd USD zurückgekauft werden. Dies spiegele die Zuversicht des Unternehmens sowie die anhaltende Stärke der Cash-Generierung und Finanzlage wider, heisst es. In den vergangenen drei Jahren habe ABB insgesamt 8,7 Mrd USD an die Aktionäre in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen gezahlt, wird betont.

Bei der Kapitalallokation konzentriert sich ABB weiter auf vier Schwerpunkte. Dazu zählen einmal Investitionen in organisches Wachstum, Forschung und Entwicklung sowie hochrentable Investitionen. Weiter wird die Zahlung einer kontinuierlich steigenden nachhaltigen Dividende und Investitionen in wertsteigernde Akquisitionen angestrebt. Zudem sollen überschüssige Cash-Bestände an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

cf/yr

(AWP)