ABB entdeckt Unterschlagung in Südkorea - Ergebnis 2016 mit 100 Mio USD belastet

(Neu: Letzter Abschnitt - Im Titel heisst es "Ergebnis" statt "Gewinn" belastet) - Beim Elektrotechnikkonzern ABB ist es in der Tochtergesellschaft in Südkorea zur Unterschlagung und Veruntreuung von Geldern "in erheblichem Ausmass" gekommen. Diese soll im Geschäftsjahr 2016 zu einer Belastung vor Steuern von etwa 100 Mio USD führen, wie ABB am Mittwoch mitteilte.
22.02.2017 07:33

Laut den Angaben wird der Treasurer der südkoreanischen ABB-Tochter verdächtigt, Unternehmensgelder veruntreut zu haben. Er habe dabei Unterlagen gefälscht und mit Dritten zusammengearbeitet. Der Mann verschwand am 7. Februar 2017, worauf ABB die finanziellen Unstimmigkeiten entdeckte.

Das Unternehmen habe unmittelbar darauf eine umfassende Untersuchung eingeleitet, in die unabhängige kriminaltechnische und juristische Experten involviert seien, heisst es in der Mitteilung. Zudem arbeite man mit der örtlichen Polizei unter Einbindung von Interpol zusammen. ABB habe sofort die Kontostände seiner weltweiten Bankkonten überprüft und könne bestätigen, dass diese "spezielle Situation" ausschliesslich auf Südkorea zutreffe.

ABB hat nun schadensmindernde Massnahmen eingeleitet, um die auf 100 Mio USD geschätzten Auswirkungen auf die Bilanz deutlich zu reduzieren. Dazu gehören die Rückgewinnung veruntreuter Gelder, die Anmeldung von Rechtsansprüchen und die Nutzung von Versicherungen. Das Unternehmen betont zudem seine "Nulltoleranzstrategie" in Bezug auf unethisches Verhalten.

Als Konsequenz der laufenden Untersuchung will ABB den Geschäftsbericht für das Jahr 2016 bis spätestens 16. März 2017 veröffentlichen. Der ABB-Konzern hatte im Februar für das Geschäftsjahr 2016 bei einem Umsatz von 33,8 Mrd USD einen Reingewinn von 1,96 Mrd USD ausgewiesen.

tp/uh

(AWP)