ABB entdeckt Unterschlagung in Südkorea - Gewinn 2016 mit 100 Mio USD belastet

Beim Elektrotechnikkonzern ABB ist es in der Tochtergesellschaft in Südkorea zur Unterschlagung und Veruntreuung von Geldern "in erheblichem Ausmass" gekommen. Diese dürften im Geschäftsjahr 2016 zu einer Belastung vor Steuern von etwa 100 Mio USD führen, wie ABB am Mittwoch mitteilte.
22.02.2017 07:14

Laut den Angaben wird der Treasurer der südkoreanischen ABB-Tochter verdächtigt, Unternehmensgelder veruntreut zu haben. Er habe dabei Unterlagen gefälscht und mit Dritten zusammengearbeitet. Der Mann verschwand am 7. Februar 2017, worauf die ABB die finanziellen Unstimmigkeiten entdeckte.

Das Unternehmen habe unmittelbar darauf eine umfassende Untersuchung eingeleitet, in die unabhängige kriminaltechnische und juristische Experten involviert seien, heisst es in der Mitteilung. Zudem arbeite man mit der örtlichen Polizei unter Einbindung von Interpol zusammen. ABB habe sofort die Kontostände seiner weltweiten Bankkonten überprüft und könne bestätigen, dass diese spezielle Situation ausschliesslich auf Südkorea zutreffe.

ABB hat nun schadensmindernde Massnahmen eingeleitet, um die auf 100 Mio USD geschätzten Auswirkungen auf die Bilanz deutlich zu reduzieren. Dazu gehören die Rückgewinnung veruntreuter Gelder, die Anmeldung von Rechtsansprüchen und die Nutzung von Versicherungen.

tp/uh

(AWP)