ABB-Mitarbeitende in Genf einigen sich mit Management

Die Angestellten von ABB Sécheron in Genf haben sich mehr Zeit erkämpft. Die von der Stellen-Auslagerung nach Polen betroffenen Mitarbeitenden haben sich nach sechs Tagen kollektiver Konsultation - während dieser die Angestellten die Arbeit niedergelegt hatten - mit dem Management geeinigt.
21.11.2017 10:57

Am Montagabend hätten die Mitarbeitenden und das Management eine Vereinbarung unterzeichnet, teilte die Unia am Dienstag mit. Darin wird beiden Parteien eine Frist bis Mitte Dezember für eine kollektive Konsultation eingeräumt, um eine Lösung zur Erhaltung der Arbeitsplätze in Sécheron zu erarbeiten. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung ist Stillschweigen vereinbart worden.

Nun soll mit Unterstützung der Unia sowie diversen Fachleuten an der Stärkung der verschiedenen Kompetenzzentren gearbeitet werden. Parallel dazu werde auch die Task Force des Staatsrates, die sich aus Vertretern des Kantons und der Sozialpartner zusammensetzt, ihre Arbeit aufnehmen.

Mit den nun erhaltenen Garantien des ABB-Management hätten sich die Mitarbeitenden dazu entschieden, das kollektive Konsultationsverfahren auszusetzen, heisst es weiter in der Mitteilung. ABB will in Genf bis Mitte 2019 insgesamt bis zu 100 festangestellte Mitarbeitende und 43 temporär Beschäftigte entlassen. Heute arbeiten über 200 Personen am Genfer ABB-Standort.

ABB ZEIGT SICH ÜBER ENTSPANNUNG "GLÜCKLICH"

ABB wird sich nach eigenen Aussagen während der Konsultationsfrist im Rahmen des GAV "konstruktiv für eine nachhaltige Lösung für den Standort" engagieren, welche die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sicherstelle. Man sei glücklich über die Entspannung, heisst es dazu in einer Stellungnahme von ABB. Das Unternehmen betonte erneut, dass die Verlagerungspläne "nach reiflicher Überlegung und mit Blick auf die sich verändernde Marktdynamik" gefasst worden seien. Zudem werden frühere Aussagen bekräftigt, wonach keine Schliessung des Standorts in Genf geplant sei

Die Mitarbeitenden diskutierten seit vergangenem Montag über Vorschläge, wie der Abbau der Arbeitsplätze vermieden werden könnte. Dabei legten sie die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft bezeichnete den faktischen Streik als "kollektives Konsultationsverfahren". Der Begriff Streik wurde explizit vermieden, damit keine sozialpartnerschaftlichen Verpflichtungen verletzt werden.

Anfang November waren die Auslagerungspläne von ABB bekannt geworden. Am Standort Genf hält ABB jedoch fest. Es sei geplant, in Genf weiterhin Prototypen und kleinere Stückzahlen zu produzieren, teilte der Konzern mit. Dort werde auch das Kompetenzzentrum für diese Technologie seinen Sitz behalten. ABB Sécheron produziert Transformatoren für diverse Hersteller von Zügen und Eisenbahngesellschaften wie die SBB, die SNCF oder die Deutsche Bahn.

cf/

(AWP)