ABB-Titel nach Übernahme von GE-Sparte leicht im Minus

Die Aktien des Industriekonzerns ABB geben am Montag im frühen Geschäft leicht nach. Die am Morgen verkündete Übernahme der Industrial-Solutions-Sparte von GE löst bei den Marktteilnehmern nur verhaltene Rektionen aus. Angesichts der operativen Performance der Sparte stehe einiges an Arbeit für ABB an, heisst es aus Analystenkreisen.
25.09.2017 09:27

Bis um 09.25 Uhr geben ABB 0,2% auf 23,89 CHF nach, dies bei gut einem Zehntel eines üblichen Tageshandelsvolumens. Derweil steht der Gesamtmarkt (SMI) 0,2% im Minus.

Grundsätzlich nehmen Analysten die Neuigkeiten eher verhalten auf. So schreiben die Experten von Vontobel, dass ABB mit dem Kauf einerseits seine Position im grössten nordamerikanischen Markt verbessere, andererseits sich die Übernahme aber verwässernd auf die Margen der Sparte EP auswirke. Letztlich hätten die meisten Marktteilnehmer eine Akquisition in einem anderen Bereich bevorzugt, heisst es weiter. Ihr Rating belässt die Bank auf "Hold", das Kursziel bleibt bei 24 CHF.

Die ZKB unterstreicht, dass ABB mit der Akquisition seine Position als globale Nummer 2 in den Märkten für Elektrifizierungsprodukte zementiere. Weiter betont der zuständige Analyst - wie schon derjenige von Vontobel - dass es ABB gelinge, die Präsenz im nordamerikanischen Markt zu stärken. Allerdings stehe angesichts der operativen Performance von Industrial Solutions einiges an Arbeit für ABB an. "Das Portfolio scheint nicht auf dem allerneusten Stand zu sein, zudem hat die Gesellschaft im Heimmarkt Marktanteile verloren", so die Bank. Der Kaufpreis sei unter diesem Aspekt auch nicht sonderlich tief. Ihre Einstufung belässt die ZKB auf "Marktgewichten".

Für die von General Electric (GE) übernommene Sparte wird ABB insgesamt 2,6 Mrd USD bezahlen. Die Transaktion soll im ersten Semester 2018 abgeschlossen werden. ABB selbst sieht durch die Übernahme "signifikantes" Wertsteigerungspotential. Die erwarteten jährlichen Kostensynergien beliefen sich auf rund 200 Mio USD und sollen nach fünf Jahren erreicht werden. Bereits im Jahr eins der Übernahme soll der Deal zudem zu einer Steigerung des Gewinns je Aktie führen.

kw/ra

(AWP)