ABB verzeichnet im Q2 knapp gehaltenen Umsatz bei rückläufiger Marge

Der Industriekonzern ABB tritt auch im zweiten Quartal 2017 mehr oder weniger auf der Stelle. Auftragseingang und Umsatz legten zwar auf vergleichbarer Basis leicht zu, in der Berichtswährung US-Dollar stagnierte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr, während der Umsatz leicht zurückging.
20.07.2017 07:06

Der Auftragseingang blieb gegenüber dem Vorjahresquartal unverändert bei 8,35 Mrd USD, bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich ein Plus auf vergleichbarer Basis (lfl) von 3%. Die beträchtlichen Zuwächse in den Divisionen Robotik und Antriebe sowie Industrieautomation hätten den Rückgang in den Divisionen Elektrifizierungsprodukte und Stromnetze mehr als ausgeglichen, teilt ABB am Donnerstag mit. Die Basisaufträge erhöhten sich dabei auf vergleichbarer Basis um 3%, während die volatileren Grossaufträge um 5% über dem Vorjahresniveau lagen.

Das Book-to-Bill-Verhältnis ging im Vergleich zum ersten Quartal 2017 auf 0,99 (Q1: 1,07) zurück. Der Umsatz nahm gleichzeitig um 3% auf 8,45 Mrd ab (lfl +1%).

"Im zweiten Quartal haben wir konsequent unseren Wachstumskurs fortgesetzt. Dank unserer fokussierten Massnahmen haben wir den Auftragseingang in allen Regionen gesteigert", lässt sich CEO Ulrich Spiesshofer in der Mitteilung zitieren. Das Digitalangebot ABB Ability werde zudem im Markt "hervorragend" aufgenommen und erweise sich als vielversprechender Wachstumstreiber.

Der operative EBITA ging um 7% auf 1'042 Mio USD zurück, während sich auf vergleichbarer Basis ein Minus von 5% ergab. Die entsprechende Marge reduzierte sich um 50 Basispunkte auf 12,4%. Der Wert sei durch gestiegene Rohstoffpreise und Überkapazitäten in einigen Geschäften beeinflusst worden, was von den positiven Nettoeinsparungen nicht habe kompensiert werden können.

Der Reingewinn legte dagegen kräftig um 29% auf 525 Mio USD zu. Allerdings war das Vorjahr von Restrukturierungskosten und restrukturierungsnahen Aufwendungen in der Höhe von 367 Mio belastet.

Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten ausser mit dem Auftragseingang verfehlt. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 8,25 Mrd, für den Umsatz bei 8,54 Mrd, für den EBITA bei 1'103 Mio und für den Reingewinn bei 597 Mio USD.

Mit Blick nach vorne bleibt ABB weiter vorsichtig. Makroökonomische und geopolitische Entwicklungen würden ein durchwachsenes Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten signalisieren, wiederholt die Gruppe frühere Aussagen. In den USA werden weiterhin einige positive makroökonomische Signale geortet und für China wird fortgesetztes Wachstum erwartet. Allerdings würden die globalen Märkte durch das verhaltene Wachstum und erhöhte Unsicherheiten, zum Beispiel durch den Brexit in Europa und geopolitische Spannungen in verschiedenen Teilen der Welt, weiter belastet.

Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung werden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen, so die Mitteilung weiter. Angesichts dieser Entwicklungen und der laufenden Transformation bekräftigt die ABB-Führung, dass 2017 für den Konzern ein Übergangsjahr wird.

cf/gab

(AWP)