ABB wächst im dritten Quartal und verbessert gleichzeitig Marge

(Ausführliche Fassung) - Der Industriekonzern ABB hat im dritten Quartal 2017 etwas an Fahrt aufgenommen. So legten Auftragseingang und Umsatz nicht nur auf Basis von US-Dollar sondern auch auf vergleichbarer Basis etwas deutlicher zu als zuletzt. Geholfen hat dabei nicht nur der schwächere US-Dollar sondern auch das Wachstum des Service- und Softwaregeschäfts.
26.10.2017 08:11

Der Auftragseingang zog gegenüber dem Vorjahresquartal um 8% auf 8,16 Mrd USD an, bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich ein Plus auf vergleichbarer Basis (lfl) von 5%. In allen Divisionen und Regionen hätten dabei die Basisaufträge solide zugelegt, teilt ABB am Donnerstag mit.

NACHFRAGE IN ALLEN KUNDENSEGMENTEN UND REGIONEN GUT

Sie erhöhten sich auf vergleichbarer Basis um 6%, während die volatileren Grossaufträge um 5% unter dem Vorjahresniveau lagen. Die Grossaufträge hätten noch 9% zum gesamten Auftragseingang beigetragen, was die laufende Transformation des Geschäftsmodells von ABB widerspiegle. In allen drei zentralen Kundensegmenten von ABB habe sich die Nachfrage positiv entwickelt, ebenso in den drei Hauptregionen.

In der Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA) legten die Aufträge indes hauptsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Südafrika und in Australien zu, wogegen China und Indien Rückgänge verzeichneten. Und als weiterhin verhalten bezeichnet das Unternehmen die Aktivitäten in der Prozessindustrie und hier insbesondere im Öl- und Gassektor, was wiederum den Sektor Marine mit Ausnahme der Kreuzfahrtschiffe zurückbindet.

Änderungen im Geschäftsportfolio im Zusammenhang mit der Übernahme von B&R, der Verkauf des Hochspannungskabelgeschäfts sowie die Transformation des Geschäftsmodells hatten einen positiven Effekt von 3% auf den Gesamtauftragseingang. Die Aufträge für Service und Software erhöhten sich um 11% und machten insgesamt bereits 18% des Geschäfts aus.

Der Umsatz stieg gleichzeitig um 6% auf 8,26 Mrd (lfl +3%). So ging das Book-to-Bill-Verhältnis im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 auf 0,94 von 0,99 zurück. Die Verkäufe nahmen in den Divisionen Elektrifizierungsprodukte, Robotik und Antriebe sowie Industrieautomation zu, wogegen sie in der Division Stromnetze gegenüber der Vorjahresperiode leicht nachgaben. Der schwächere US-Dollar führte beim Umsatz zu einem positiven Umrechnungseffekt von 2%, Änderungen im Geschäftsportfolio hatten einen positiven Effekt von 1%.

2017 BLEIBT ÜBERGANGSJAHR

"Wir setzen unseren Wachstumskurs in allen Regionen konsequent fort", lässt sich CEO Ulrich Spiesshofer in der Mitteilung zitieren. "Die Kombination aus konsequenter Marktorientierung und der Fokussierung auf wachstumsstarke Segmente wie Elektroladestationen, Robotik sowie Nahrungsmittel zahlt sich aus." Das Hauptaugenmerk werde auch künftig auf profitablem organischem Wachstum liegen. "Wir werden weiter unsere Hausaufgaben machen und mit geeigneten Massnahmen sicherstellen, dass wir das Übergangsjahr 2017 erfolgreich abschliessen", so Spiesshofer.

Der operative EBITA stieg um 6% auf 1'124 Mio USD, während sich auf vergleichbarer Basis ein Plus von 3% ergab. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 10 Basispunkte auf 12,9%. Der Wert sei durch die positiven Effekte der Nettoeinsparungen und des Volumenbeitrags beeinflusst worden, dadurch seien die gestiegenen Rohstoffkosten, die Wachstumsinvestitionen und die Geschäftstransformation mehr als ausgeglichen worden.

Der Reingewinn lag um 1% über dem Vorjahresniveau bei 571 Mio USD. Gestützt wurde der Konzerngewinn durch einen positiven operativen Beitrag, dem jedoch im Vergleich zum dritten Quartal 2016 höhere Restrukturierungskosten und restrukturierungsbedingte Aufwendungen, höhere akquisitionsbedingte Aufwendungen und einige nicht-operative Positionen gegenüberstanden. Mit den vorgelegten Zahlen hat ABB die Erwartungen der Analysten insgesamt leicht übertroffen.

Zum Ausblick heisst es, dass trotz anhaltender Unsicherheiten in Europa und den USA positive makroökonomische Signale zu erkennen seien und für China weiterhin Wachstum erwartet werde. Die globalen Märkte wiesen ein moderates Wachstum auf und würden durch geopolitische Spannungen in verschiedenen Teilen der Welt belastet. Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung dürften das Ergebnis weiterhin beeinflussen.

cf/cp

(AWP)