Actelion-Aktien auf Erholungskurs - Markt hat am Vortag übertrieben

Actelion liegen zur Wochenmitte klar auf Erholungskurs, nachdem die Papiere am Dienstag im späten Handel unter Druck gekommen waren. Denn am Vortag waren News publik geworden, wonach die französischen Gesundheitsbehörden das Actelion-Medikament Uptravi im Zusammenhang mit Todesfällen thematisiert haben. Die Übernahme durch Johnson & Johnson scheint aber nicht gefährdet zu sein.
01.02.2017 10:40

Um 10.35 Uhr notieren Actelion 2,0% höher bei 262,10 CHF, nachdem sie am Vortag um 5,6% getaucht waren. Die Offerte von Johnson & Johnson steht bei 280 USD die Aktie.

Am 24. Januar hatte die französische Gesundheitsbehörde ANSM zu Uptravi ein Dokument an Ärzte verschickt, am Dienstag machte dann Morgan Stanley in einer Studie auf das Dokument aufmerksam. Der Inhalt: Bei Patienten, die Uptravi einnehmen, seien Todesfälle aufgetreten.

Da unklar sei, ob diese etwas mit Uptravi zu tun haben, wurde vom ANSM empfohlen, Patienten nicht neu mit dem Medikament zu behandeln. Die bereits damit behandelten Patienten sollten das Medikament jedoch weiter einnehmen und die Nebenwirkungen aufmerksam beobachten.

Dies hatte genügt, um am Dienstag die Actelion-Papiere nach unten zu schicken. Denn die Nachricht weckte Befürchtungen, der Deal mit Johnson & Johnson könnte in der Folge nun scheitern. Die Amerikaner haben diesen Ängsten inzwischen den Wind aus den Segeln genommen: Man habe das Angebot für Actelion im Wissen um den französischen Uptravi-Sachverhalt gemacht, liess man Bloomberg News wissen.

"J&J wusste von der Warnung der französischen Gesundheitsbehörde", sagte auch der Head of Investor Relations bei Actelion, Andrew Weiss, zur "Finanz und Wirtschaft". Das Research-Team des britischen Finanzdienstleisters Olivetree erachte es deshalb als unwahrscheinlich, dass die von J&J und Actelion vereinbarte Änderungsklausel tangiert wird.

ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger zufolge wurde Uptravi in der zulassungsrelevanten Phase III an 1156 Patienten getestet - und es sei zu keinen solchen Beobachtungen gekommen. In Frankreich seien zuletzt lediglich 40 Patienten mit dem Präparat behandelt worden - verglichen mit 1800 weltweit.

Und in den USA - wo die meisten Patienten mit Uptravi behandelt, und zudem bereits am längsten, sei es ebenfalls nicht zu solchen Beobachtungen gekommen. Schliesslich hätten auch die europäischen und die amerikanischen Gesundheitsbehörden keinerlei Bedenken angemeldet, merkt Bischofberger an. Sollten sich die Befürchtungen jedoch bestätigen, würden die Gesundheitsbehörden weltweit reagieren.

Aus Sicht der ZKB-Analystin hat der Markt am Dienstag stark überreagiert, da befürchtet worden sei, der Deal könnte abgeblasen werden. Aus ihrer Sicht war dies jedoch voreilig; erst sollten die Untersuchungen abgewartet werden. Diese könnten jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

ra/ys

(AWP)