Actelion-Aktien legen nach wieder aufflammenden Übernahmehoffnungen deutlich zu

Zürich (awp) - Die Aktien von Actelion sind am Mittwoch mit neu aufflammenden Übernahmehoffnungen klar fester in den Handel gestartet und können so einen Teil der Vortagesverluste wettmachen. Am Dienstag hatten die Titel noch unter kritischen Bankstudien und der Sorge vor einem Abbruch der Übernahmegespräche mit dem französischen Sanofi-Konzern gelitten. Nun verweisen Händler auf eine Reuters-Meldung, in der von Fortschritten in den Verhandlungen mit Sanofi berichtet wird.
21.12.2016 09:59

Vor diesem Hintergrund klettern die Actelion-Papiere um 09.55 Uhr um 3,7% auf 209,50 CHF in die Höhe, während der Gesamtmarkt (SMI) kaum verändert notiert. Nachdem die Titel am Freitag bei 220,20 CHF noch auf ein Intraday-Allzeithoch geklettert waren, büssten Actelion sowohl am Montag (-1,9%) als auch am Dienstag (-5,6%) deutlich an Wert ein. Gegenüber dem Stand zum Jahresbeginn liegen sie nun rund 50% im Plus.

Actelion sei in den Gesprächen mit Sanofi nun an einen Punkt angelangt, an dem eine Vertragsunterzeichnung unausweichlich sei und die Verhandlungen kaum mehr abgebrochen werden könnten, sofern man keinen Investoren-Aufstand riskieren möchte, schrieb Reuters mit Verweis auf mit dem Übernahmeprozess vertrauten Personen. Beide Unternehmen lehnten gegenüber der Agentur eine Stellungnahme ab.

Zuletzt hätten Sorgen den Aktienkurs belastet, wonach Actelion-Chef Jean-Paul Clozel seine Aktien möglicherweise nicht an einem Sanofi-Angebot andienen könnte, hiess es weiter. Die Ruhe in den vergangenen Tagen habe Investoren entnervt, die auf einen Deal vor Weihnachten hofften, so der Bericht. Zu den ungeduldigen Verkäufern zählten insbesondere Hedge Funds.

Seitdem sich der US-Konzern Johnson&Johnson Mitte Dezember aus dem Übernahmerennen um Actelion zurückgezogen hatte, richten sich alle Augen auf Sanofi. Das Bedürfnis nach Wachstum sei bei den Franzosen um einiges grösser, da deren grösster Umsatzträger Lantus von Biosimilar-Produkten bedrängt werde und neue Produkte, die in die Bresche springen könnten, fehlten, schreibt die Bank Vontobel. Auch würde Actelion strategisch gut zu Sanofi passen. Mit der 2011 übernommenen Genzyme sei die Gruppe bereits im Geschäft mit seltenen Krankheiten (Orphan-Drugs) vertreten.

Noch sei aber die Übernahme durch Sanofi nicht in trockenen Tüchern und die Actelion-Aktionäre müssten weiter bangen, schreibt ein Börsenexperte. Die Übernahmeverhandlungen werden zur Geduldsprobe. Derweil hat die ZKB aufgelistet, welche weiteren Firmen als potenzielle Käufer von Actelion in Frage kommen. An erster Stelle setzte der zuständige Analyst den US-Pharmariesen Pfizer, der die dazu nötige finanzielle Kraft aufbringe und nur über eine kleine Orphan-Franchise verfüge.

Weiter wird in der ZKB-Analyse auch noch AstraZeneca als mögliche Käuferin genannt, die zwar am wenigsten Geld habe, aber mit der PAH-Franchise von Actelion wohl die grösste Gewinnverdichtung erzielen könnte. Demgegenüber sei Actelion für Roche "schlichtweg zu teuer" und Novartis sei hoch verschuldet und lege den Fokus sowieso auf die Onkologie.

mk/rw

(AWP)