Actelion-Aktien legen wieder überdurchschnittlich zu

Die Aktien von Actelion legen im frühen Handel einmal mehr überdurchschnittlich zu. Und wie fast immer zuletzt, stehen Gerüchte um Fortschritte bei einer möglichen M&A-Transaktion im Vordergrund.
06.01.2017 10:26
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil.
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil.
Bild: ZVG

Die Übernahmekommission (UEK) soll bereits eingeschaltet worden sein, berichtet der "Tages-Anzeiger" (TA) in seiner aktuellen Ausgabe (6.1.).

Die Actelion-Aktie legt kurz nach 10 Uhr - bei für die letzten Wochen durchschnittlichen Volumen - um 1,2% auf 227,90 CHF zu, im bisherigen Tageshoch waren es gar 228,50 CHF. Der Gesamtmarkt (SMI) bewegt sich derweil mehr oder weniger um die Nulllinie.

Das Baselbieter Pharmaunternehmen steht bekanntlich seit kurz vor Weihnachten in "exklusiven" Verhandlungen mit dem US-Gesundheitskonzern Johnson&Johnson (J&J), nachdem eine erste Verhandlungsrunde gescheitert war. Kurz nach den Festtagen berichtete dann die Nachrichtenagentur Reuters, eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Unternehmen werde verhandelt.

Unterdessen werde in Umrissen sichtbar, wie ein solcher Deal aussehen könnte, so der TA nun in seiner heutigen Ausgabe. Der reife Firmenteil mit den im Markt etablierten Medikamenten gegen Lungenhochdruck (Tracleer, Opsumit, Uptravi) würde abgetrennt und von J&J übernommen. Auch die dazugehörenden Fabriken, das Marketing, der Vertrieb und die dort beschäftigten Mitarbeiter würden bei diesem Deal an die Amerikaner gehen, plus jener Teil der Forschung, der an der Weiterentwicklung der Präparate gegen Lungenhochdruck arbeite.

Nicht aus der Hand geben wolle Jean-Paul Clozel, der die Baselbieter Biotech-Firma vor 20 Jahren zusammen mit seiner Frau gegründet hatte und als VR-Präsident weiterhin einen Anteil von rund 3% am Unternehmen hält, jenen Teil der Forschung, der an neuen Wirkstoffen arbeitet. Im Fokus steht hier die Entwicklung eines Antibiotikums gegen Darmbakterien und ein Wirkstoff zur Behandlung von multipler Sklerose.

240 Franken pro Aktie in bar?

Gemäss dem TA-Bericht sollen Unterhändler der beiden beteiligten Firmen bereits bei der UEK vorstellig geworden sein, um abzuklären, "ob das komplexe Konstrukt eine Chance hat".

Noch nicht ganz klar sind die finanziellen Bedingungen eines solchen Deals. Im Reuters-Bericht nach Weihnachten war von 260 USD pro Actelion-Aktie die Rede, was einen Firmenwert von 28 Mrd USD implizieren würde. Davon wäre laut dem TA-Bericht der Betrag abzuziehen, den J&J für eine Minderheitsbeteiligung an dem bei Actelion bleibenden Teil der Forschung einschiessen müsste. Je nach Verhandlungsergebnis blieben immer noch rund 26 oder 27 Mrd USD übrig aus dem Verkauf des reifen Firmenteils, die an die Aktionäre ausgeschüttet würden, wird spekuliert. Bei 26 Mrd USD wären dies umgerechnet auf die knapp 108 Mio Aktien gut 240 CHF pro Aktie.

(AWP)