Actelion bleibt im ersten Halbjahr 2016 auf Wachstumskurs - Prognosen erhöht

(Ausführliche Fassung)
21.07.2016 11:13

Allschwil (awp) - Das Biopharma-Unternehmen Actelion bleibt im ersten Semester 2016 auf einem schnellen Wachstumskurs. Getragen wird die Verkaufszunahme vom Wachstumsmedikament Opsumit zur Therapie von Lungenbluthochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie, PAH), während der bisher wichtigste Umsatzträger, das PAH-Medikament Tracleer, wegen Patentverfällen erwartungsgemäss weiter Umsatz verliert. Aber auch die Verkäufe des erst zu Jahresbeginn lancierten neuen Medikament Uptravi überraschen positiv.

Insgesamt kletterte der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 17% auf 1,18 Mrd CHF, zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug der Anstieg 13%, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht zu entnehmen ist. Ebenso deutlich legte Actelion auf Gewinnebene zu: Der vom Management in den Vordergrund gestellte Kern-Betriebsgewinn verbesserte sich um 18% (kWk +11%) auf 499 Mio CHF.

Auch der Betriebsgewinn nach US GAAP stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres mit einem Plus 20% (kWk +12%) auf 412 Mio CHF deutlich an. Unter dem Strich resultierte ein US GAAP-Halbjahresgewinn, der mit 361 Mio CHF um 25% (kWk +17%) über dem Vorjahreswert ausfiel.

NEUE PAH-PATIENTEN

Das Actelion-Wachstumsprodukt Opsumit erreichte einen Umsatz von 378 Mio CHF, was im Vorjahresvergleich einem Anstieg um 82% entspricht. Das bereits in 30 Ländern erhältliche Medikament profitierte laut Mitteilung nicht zuletzt von neuen, bislang nicht behandelten PAH-Patienten, aber auch von einem Wechsel zu Opsumit von Tracleer besonders in Japan sowie auf die zunehmend frühzeitige Kombination mit anderen Therapieansätzen.

Das Anfang Jahr zunächst in den USA gestartete neueste PAH-Medikament Uptravi erreichte einen Umsatz von 90 Mio CHF, von denen allerdings rund 30 Mio auf den Aufbau eines "Einführungsinventars" in den USA zugerechnet werden. Im zweiten Quartal erfolgten Markteinführungen in Deutschland, Kanada und Frankreich.

Mit Opsumit und Uptravi habe Actelion gleich zwei Medikamente, für die in den kommenden zehn Jahren keine Patentabläufe in Sicht seien, betonte Clozel im Gespräch mit der AWP. "Wir ersetzen ein Medikament mit zwei neuen", sagte er mit Bezug auf Tracleer.

TRACLEER-GENERIKA VERZÖGERT SICH

Der Umsatz des noch immer meistverkauften Medikaments Tracleer bildete sich im ersten Halbjahr weiter zurück und erreichte noch 546 Mio CHF (-15%). Tracleer steht nach dem Patentverfall in den USA und weiteren Ländern sowie wegen neueren Produkten unter Druck. Im wichtigen Markt USA dürften laut den Actelion-Verantwortlichen allerdings im laufenden Jahr noch keine Nachahmerprodukte für Tracleer auf den Markt gelangen.

"Die Lancierung eines Tracleer-Generikums vor dem Beginn des kommenden Jahres ist sehr unwahrscheinlich", sagte Finanzchef André Muller. Vor der Lancierung müssen sich die interessierten Generikaunternehmen sowie Actelion nämlich unter Aufsicht der US-Gesundheitsbehörde über ein begleitendes Programm zur Patientensicherheit (REMS) einigen. Mittlerweile gibt es offenbar neun Interessenten, die ein Tracleer-Generikum produzieren wollen, wie Clozel sagte.

GEWINNPROGNOSE HÖHER

Für das Gesamtjahr 2016 hebt das Unternehmen seine Gewinnprognose bereits zum zweiten Mal an. Neu wird ein "Wachstum des Kernbetriebsgewinns zu kWk zwischen 13 und 14%" erwartet. Die letzte Prognose im April lautete auf ein Wachstum im "hohen einstelligen Prozentbereich".

Weiterhin nur ein geringes Interesse zeigt Actelion derweil an Firmenübernahmen. Grosse Unternehmen bezahlten in diesem Markt höhere Preise, als Actelion zu zahlen bereit sei, sagte Clozel. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir in der nächsten Zeit eine grössere Übernahme tätigen werden."

AKTIE AUF REKORDKURS

Am Markt wird das Semesterergebnis und die erneute Prognoseerhöhung positiv aufgenommen. Actelion habe mit ausgezeichneten Ergebnisse die Markterwartungen deutlich geschlagen, loben etwa die ZKB-Analysten. Die Actelion-Aktien setzen am Aktienmarkt entsprechend ihren Rekordkurs fort. Nach einem zwischenzeitlichen Allzeithoch von 179 CHF notieren sie gegen 10.40 Uhr an einem insgesamt stagnierenden Gesamtmarkt (SMI +0,02%) noch um 1,3% im Plus bei 176 CHF.

tp/uh

(AWP)