Actelion meldet positive Ergebnisse zur MERIT-Studie mit Macitentan

(Meldung um Kommentare aus der Telefonkonferenz und Aktienkurs ergänzt)
07.11.2016 17:23

Allschwill (awp) - Actelion hat mit seinem Wirkstoff Macitentan (Opsumit) positive Studiendaten erzielt und nimmt dies zum Anlass, umfangreich über den aktuellen Stand der Entwicklungen im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu informieren. Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Phase II-Studie MERIT, bei der Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTPEH) mit Macitentan behandelt wurden.

Die Studie habe den primären Endpunkt erreicht, teilt Actelion am Montag mit. MERIT war eine randomisierte Studie. Wie die Daten zeigen, habe die Behandlung mit Macitentan bei den Patienten zu einer signifikanten Abnahme des pulmonalen Gefässwiderstandes geführt. Die beobachtete Wirksamkeit sei über alle Behandlungsgruppen hinweg konstant gewesen. CTEPH ist eine besondere Form der pulmonalen Hypertonie (PH) und wird durch eine chronische Blockade der Lungenarterien verursacht.

Wie Guy Braunstein, Leiter Globale Klinische Entwicklung, an der Telefonkonferenz vor Journalisten und Analysten erklärt, habe die Studie zudem einen signifikant positiven Effekt von Macitentan auf die körperliche Belastbarkeit, im Vergleich zu Placebo, gezeigt.

WEITERE INDIKATIONEN GESUCHT

Neben der MERIT-Studie hebt der Entwicklungsleiter auch noch die aktuellen Arbeiten des Unternehmens hervor, bei denen Actelion versucht, neue Patientenpopulationen für Macitentan zu erschliessen. So soll das Mittel etwa für Kinder mit PAH (pulmonarer arterieller Hypertonie) zugelassen werden. Ein globales Programm sei durch die Gesundheitsbehörden FDA in den USA und EMA in Europa abgesegnet worden. Die Patienten-Rekrutierung hierfür werde in den kommenden Monaten anlaufen.

Als weitere potenzielle PAH-Patientengruppen für Macitentan nennet der Manager noch Patienten mit Eisenmenger-Syndrom. Die Wirksamkeit des Wirkstoffes wird hier in der MAESTRO-Studie getestet. Ihre Ergebnisse kündigt Braunstein für die ersten Monaten 2017 an. Und für Patienten mit Portopulmonaler Hypertonie (PoPH) laufe derzeit die Zulassungs-Studie PORTICO. Auch hierbei handele es sich um eine Untergruppe von PAH.

Darüber hinaus informiert Actelion im Rahmen der Telefonkonferenz noch darüber, wie der klinische Nutzen des Wirkstoffs Macitentan im Zusammenhang mit pulmonaler Hypotonie womöglich ausgeweitet werden könnte. Auch hierzu laufen derzeit verschiedene Studien, in denen unter anderem die Wirksamkeit bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie nach der Implantation eines Linksherzunterstützungssystems getestet werde, erklärt der Manager.

NEUER WIRKSTOFF IM TEST

Zu den bereits zugelassenen Mitteln stellt Actelion auch noch einen neuen Wirkstoff vor: den dualen Endothelin-Rezeptor-Antagonist (ERA) ACT-132577. Dabei handele es sich um den wichtigsten aktiven Metaboliten von Macitentan. Dieser werde in einer Dosisfindungsstudie bei essentieller Hypertonie getestet, kündigt Martine Clozel, Chief Scientific Officer, in der Konferenz an. "Sobald die optimale Dosis ermittelt wurde, werden wir die Anwendung dieses dualen ERA zunächst in der Indikation therapieresistente Hypertonie prüfen".

Am Markt hat die erste Euphorie über die Studiendaten bis zum Nachmittag etwas nachgelassen, wie das Kursplus von 1,5% gegen 16.50 Uhr zeigt. Der Kurs liegt damit bei 137,30 CHF. Im frühen Handel war die Aktie noch bis auf 139,40 CHF gestiegen. Der Leitindex SMI legt zeitgleich um 1,76% zu.

hr/ys

(AWP)