Actelion stärkste SMI-Titel nach überzeugenden Neunmonatszahlen

Zürich (awp) - Die Aktien des Biopharma-Unternehmens Actelion sind am Donnerstag im frühen Börsenhandel stärkste Titel in dem insgesamt leicht rückläufigen Leitindex SMI. Das Allschwiler Unternehmen hat mit seinem am Morgen vorgelegten Resultat für die ersten neun Monate die Erwartungen ein weiteres Mal übertreffen können. Gut aufgenommen wird von den Kommentatoren auch die erneute Erhöhung der Gewinnprognosen für das Jahr 2016 durch das Management.
20.10.2016 09:56

Um 09.40 Uhr notieren Actelion noch um 0,9% im Plus auf 165,30 CHF, nachdem die Titel auf 167 CHF eröffnet hatten. Umgesetzt sind bereits rund 145'000 Titel bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen von zuletzt rund 380'000 Aktien. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert derweil um 0,4% unter dem Vortagesschluss.

Speziell hervorgehoben wird in den Analystenkommentaren der Umsatzanstieg des neuesten Medikaments Uptravi, das erst dieses Jahr am Markt eingeführt worden war. "Der eindrückliche Verkaufsstart in den USA setzt sich fort", heisst es etwa beim Broker Jefferies. Rund 1'800 Patienten hätten Ende des dritten Quartals Uptravi bereits benutzt - und damit mehr als angenommen, so die Experten der britischen Barclays.

Auch für die Analysten der Bank Vontobel ist es auf die Uptravi-Verkäufe zurückzuführen, dass Actelion die eigenen Umsatzprognosen übertroffen hat. Der starke Zuwachs an Patienten verstärke die Zuversicht, dass Uptravi letztendlich "ein sehr viel grösseres Medikament sein könnte, als vom Konsens angenommen", heisst es bei der Deutschen Bank.

Neben dem stark wachsenden Uptravi habe auch das Medikament Opsumit weiter "gut zugelegt" und das unter Patentverfall leidende Tracleer musste weniger starke Umsatzeinbussen als erwartet ausweisen, stellt die ZKB fest. Weiterhin würden die ersten US-Generika für Tracleer im kommenden Jahr erwartet - wegen der laufenden Verhandlungen mit den Generikaherstellern um ein gemeinsames Patientensicherheits-Programm sei dieses Datum aber im Fluss, bemerken die Experten der Bank Berenberg.

Die deutliche Verbesserung des Kerngewinns führen die verschiedenen Analysten vor allem auf die Kosten zurück, die "weiterhin im Griff" seien. So seien die Kosten für Forschung und Entwicklung leicht und die Vertriebskosten deutlich unter den Erwartungen ausgefallen, stellen etwa die Experten der ZKB fest.

Den Gewinnausblick für 2016 hat Actelion bereits zum dritten Mal seit Jahresbeginn angehoben - neu wird ein Anstieg des Kerngewinns in Lokalwährungen von 15-17% (vorher 13-14%) erwartet. Mit der starken Performance des Medikaments Uptravi sei das eine "überwindbare Hürde", heisst es bei der Deutschen Bank. Die erneute Anhebung der Prognose sei "eindrücklich und erfreulich", lobt die ZKB - die Schätzungen auf Analystenseite dürften nun wohl "um ein paar Prozentpunkte" erhöht werden.

tp/rw

(AWP)