Adecco legt im zweiten Quartal organisch um 4% zu - Vorsichtiger Ausblick

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
10.08.2016 07:59

Glattbrugg (awp) - Adecco ist im zweiten Quartal 2016 in etwa gleich schnell gewachsen wie zum Jahresauftakt, wobei im Hauptmarkt Frankreich das Tempo vom Jahresauftakt nicht ganz gehalten werden konnte. Der Ausblick auf die nächsten Monate ist von Vorsicht geprägt.

Zwischen April und Juni erzielte Adecco ein organisches Wachstum von 4%, wie der weltgrösste Personalvermittler am Mittwoch mitteilte. Im ersten Quartal waren es ebenfalls 4% gewesen. Um Arbeitstage bereinigt hätte sich das Plus jedoch auf 3% abgeschwächt, wie es weiter heisst. Der Umsatz stieg derweil auf 5,70 Mrd EUR, was in der Berichtswährung Euro einem Plus von 2% entspricht.

CEO Alain Dehaze spricht in der Mitteilung von einer "soliden Performance". Es seien Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie und der Portfoliostärkung erreicht worden. Adecco sei gut positioniert, um die Kunden mit flexiblen Lösungen in einem volatilen Umfeld zu unterstützen.

SÜDEUROPA ÜBERDURCHSCHNITTLICH

Im grössten Markt Frankreich wuchs Adecco organisch um 3% und damit deutlich langsamer als zum Jahresauftakt (Q1: +7%). Während auf dem Bau und in der Automobilindustrie höhere Umsätze erzielt worden seien, habe das Detailhandel-, Industrie- und Logistikgeschäft unter Streiks und den Wetterbedingungen gelitten.

Im zweitwichtigsten USA musste sogar ein um 1% rückläufiger Umsatz hingenommen werden, wie die Gesellschaft weiter mitteilt. Überdurchschnittliches Wachstum wurde hingegen auf der iberischen Halbinsel (+11%), Italien (+9%) sowie Grossbritannien und Irland (+6%) und Benelux/Nordeuropa (+6%) erzielt. Die Marktregion Deutschland, Österreich und Schweiz entwickelte sich mit +3% durchschnittlich, dabei aber in der Schweiz mit -4% (arbeitstagsbereinigt) negativ. Letzteres wird mit einer geringeren Nachfrage im Export- und Medizinsektor begründet.

Aufgeschlüsselt nach Tätigkeitsgebieten nahm der Umsatz im Bereich allgemeine temporäre Stellenvermittlung, dem mit Abstand wichtigsten Bereich, organisch um 4% zu. Mit der temporären Vermittlung von Spezialisten wurde ein 5% höherer Umsatz erzielt, wobei vor allem der kleine Bereich "Medical&Science" stark zulegte. Das kleine Geschäft mit permanenter Jobvermittlung legte organisch um 9% zu.

STABILE BRUTTOMARGE

Der Bruttogewinn des Gesamtkonzerns stieg organisch um 5%, und die entsprechende Marge kam bei 18,8% (+10 BP) zu liegen. Die Margenverbesserung sei die Folge von Akquisitionen, organisch hätte eine Seitwärtsentwicklung resultiert, heisst es dazu.

Der EBITA (bereinigt) nahm organisch um 6% auf 284 Mio EUR zu, die entsprechende Marge erreichte 5,0% (+10 BP). Auf Stufe Reingewinn ergab sich ein Plus von 7% auf 190 Mio EUR.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Adecco die Schätzungen der Analysten in etwa erfüllt. Die Experten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 5,73 Mrd, einem EBITA von 287 Mio und einem Reingewinn von 186 Mio EUR gerechnet.

JULI WIE DER JUNI

Der Wachstumstrend hat sich zu Beginn des dritten Quartals in ähnlichem Ausmass fortgesetzt wie das zweite Quartal aufgehört hat. So wuchs Adecco organisch und bereinigt um Handelstage im Juni - also dem letzten Monat des zweiten Quartals - um 3%, dies nachdem der April etwas stärker und der Mai etwas schwächer gewesen seien. Im Juli sei das Wachstum dann ähnlich gewesen wie im Juni.

Entsprechend den eher tiefen Wachstumsraten bleibt der Konzern vorsichtig. Der Ausblick für die globale Konjunktur bleibe unsicher, und Adecco werde sich jedwelchen Änderungen der Marktbedingungen anpassen und dabei die Preisdisziplin und die strikte Kostenkontrolle aufrecht erhalten, heisst es in der Mitteilung. Die Verkaufs- und Verwaltungskosten (SG&A) werden im dritten Quartal auf dem Niveau des zweiten erwartet (ohne Einmaleffekte).

Die Gruppe betont ausserdem ihren sogenannten EVA-Ansatz, bei dem die Ziele für Wachstum, Profitabilität und Cash-Generierung gleichwertig sind. Entsprechend werden auch die Mittelfristziele bestätigt. So will Adecco über einen ganzen Konjunkturzyklus gesehen organisch mindestens so stark zulegen wie die Hauptkonkurrenten, dies sowohl auf Gruppenstufe wie auch in jedem grösseren Markt. Daneben wird eine EBITA-Marge über den Zyklus von 4,5-5,0% und ein operatives Cash-Konversionsziel von 90% angestrebt.

rw/uh

(AWP)