Adidas wächst langsamer - Gewinn legt aber kräftig zu

(Ausführliche Fassung) - Der Sportartikelhersteller Adidas drosselt sein Tempo, hängt die Konkurrenz aber weiterhin ab. Zwar verlangsamte sich im dritten Quartal das Umsatzwachstum - im Vergleich zu Wettbewerbern wie Nike oder Under Armour , die unter der Schwäche vieler US-Händler und dem Wiedererstarken von Adidas auf den US-Markt leiden, kann sich das Umsatzplus von knapp 9 Prozent aber sehen lassen. Auftrumpfen konnte Adidas beim Gewinn, der sich besser entwickelte als von den meisten Analysten erwartet.
09.11.2017 09:58

Die im Dax notierte Aktie verlor im frühen Handel zwei Prozent und entfernte sich damit weiter von dem Anfang August erreichten Rekordhoch. Seitdem hat das Papier rund zehn Prozent verloren. Trotz der jüngsten Verluste stieg der Börsenwert von Adidas in diesem Jahr um rund ein Fünftel - seit Anfang 2015 zog der Kurs um mehr als 200 Prozent an.

Die britische Investmentbank Barclays sprach von einer gemischt ausgefallenen Quartalsbilanz. Die Margenentwicklung sei beeindruckend, die Umsätze seien allerdings schwächer als erwartet ausgefallen. Die Citibank sieht den Konzern mit Blick auf seine Gewinnziele für das Gesamtjahr gut unterwegs. Um die eigene Umsatzprognose zu treffen, brauche der Konzern aber nun ein sehr starkes viertes Quartal, merkte Analyst Dan Homan an.

Dem TV-Sender CNBC sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Vormittag, dass die Schlussperiode 2017 besser ausfallen werde als in den Vorjahren. Optimistische stimme ihn die Fussballweltmeisterschaft im kommenden Jahr, für die normalerweise gegen Jahresende hin die ersten Bestellungen einlaufen.

Zwischen Juli und September steigerte Adidas seinen Umsatz um 8,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Dabei machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, ohne die das Plus bei 12 Prozent lag. In den Quartalen zuvor war Adidas noch stärker gewachsen, Analysten hatten zudem mehr erwartet.

Während Artikel zum Thema Laufen und Outdoor sowie die modischen Marken Originals und Neo besonders gut nachgefragt waren, gingen die Umsätze im Fussball und Basketball zurück. Das lag am Auslaufen zweier wichtiger Sponsorenverträge. Im vergangenen Jahr hatten Adidas und der britische Premier-League-Club FC Chelsea ihre Partnerschaft beendet. Auch bei der US-Basketball-Liga NBA ist Adidas nicht mehr Hauptsponsor. Beide Ex-Partner werden nun von Nike ausgerüstet.

Nachgelassen hat auch die Dynamik der Tochter Reebok. Die Umsätze der Fitnessmarke gingen im dritten Quartal zurück. Adidas hatte vor etwa einem Jahr einen erneuten Umbau der Marke eingeleitet, um sie profitabler zu machen. Dazu gehören auch die Schliessung etlicher Läden sowie der Abbau von Stellen.

Das Betriebsergebnis kletterte um rund 35 Prozent auf 795 Millionen Euro. Dabei hilft, dass der Konzern seine Kosten im Griff hat und viele Produkte verkauft, die eine hohe Marge bringen. Die Branche profitiert auch von dem Trend, dass Sportmode zunehmend im Alltag getragen wird. Unter dem Strich verdiente Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Adidas. Danach soll der Umsatz währungsbereinigt um 17 bis 19 Prozent steigen. Beim Betriebsergebnis hat sich der Konzern eine Steigerung von 24 bis 26 Prozent vorgenommen. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll um 26 bis 28 Prozent auf 1,36 Milliarden bis 1,39 Milliarden Euro zunehmen./she/zb/oca

(AWP)