Aduno mit Wachstumssprung und weniger Gewinn wegen Zukauf

Die Bankkartenherausgeberin Aduno ist in der ersten Jahreshälfte vor allem dank dem Zukauf der Accarda AG kräftig gewachsen. Mit der Übernahme stiegen aber auch die Kosten, was den Gewinn sinken liess.
22.08.2019 08:35

Aduno setzte in den ersten sechs Monaten 2019 insgesamt 282,4 Millionen Franken um, 19 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Zuwachs sei mehrheitlich auf die Übernahme zurückzuführen, teilte Aduno am Donnerstag mit. Aus eigener Kraft schaffte das Unternehmen ein Plus von 4,0 Prozent.

Im Geschäftsbereich Zahlungsverkehr ("Payment"), zu dem Accarda zählt, profitierte Aduno auch davon, dass Schweizer an der Kasse vermehrt zur Karte statt zum Bargeld greifen. So stieg der Transaktionsumsatz im Inland um 12 Prozent, während im Ausland ein Zuwachs von 4,2 Prozent erzielt wurde.

Weniger Gewinn

Beim Gewinn ging es dagegen abwärts. Das ordentliche Ergebnis sank im Halbjahr um 17 Prozent auf 46,5 Millionen Franken. Der Reingewinn sackte um 23 Prozent auf 34,3 Millionen Franken ab. Den höheren Erträgen stünden naturgemäss höhere Aufwendungen gegenüber, begründete Aduno. Zugenommen habe insbesondere der Personalaufwand. So arbeiteten zur Jahresmitte 913 Mitarbeitende für Aduno, vor einem Jahr waren es noch 731.

Für einen beschränkten Zeitraum hätten zudem auch die Abschreibungen auf den übernommenen immateriellen Anlagen und dem Goodwill zugenommen. Das hänge mit dem Wechsel auf den Schweizer Rechnungslegungsstandard Swiss Gaap Fer zusammen.

Verkauf von Cashgate

Aduno verfolgt die Strategie, das Kartengeschäft auszubauen und sich darauf zu konzentrieren. Im Gegenzug wird Cashgate - eine Anbieterin von Privatkrediten, Fahrzeugleasing und Mietkautionen - an die Cembra Money Bank verkauft, wie Anfang Juli bekannt wurde. Der Verkauf soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Übergangsweise wird Aduno noch während rund einem Jahr verschiedene Dienstleistungen für Cembra erbringen.

In dem Geschäftsbereich ("Consumer Finance") wuchs Aduno in der ersten Jahreshälfte vor allem dank einem grossen strategischen Partner beim Leasing. Das Leasingsegment steigerte seine Neuvolumen um 9,9 Prozent, während das Neuvolumen im Privatkreditsegment nicht vom Fleck kam.

Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich die Aduno Gruppe zuversichtlich. Sie rechnet mit weiterhin freundlicher Konsumentenstimmung und niedrigem Zinsumfeld, wie aus der Mitteilung hervorging. Die Senkung des europäischen Interchange-Satzes per Oktober 2019 werde im laufenden Jahr keine signifikanten Auswirkungen haben.

tt/ys

(AWP)