Adval Tech setzt 2017 Fokus auf neue Grossaufträge - Schliessung in Uetendorf

Die Industriegruppe Adval Tech will im laufenden Jahr den Schwerpunkte auf die Umsetzung neu akquirierter Projekte und die vollständige Integration der Fischer IMF setzen, wie das Unternehmen am Dienstag im Vorfeld der Bilanzmedienkonferenz mitteilt.
25.04.2017 08:05

Adval Tech hat im vergangenen Geschäftsjahr mehrere grössere Aufträge aus der Automobilindustrie erhalten und kann damit einige Standorte "über Jahre hinweg" auslasten, heisst in der Mitteilung weiter. Beispielsweise stelle man am mexikanischen Standort Kunststoffteile in "Millionenauflagen" für Sitzgurtschlösser her. Zudem fertige Adval Tech im Auftrag von Audi in Ungarn Luftleitsysteme für ein zusätzliches Modell des deutschen Autoherstellers. In Brasilien sei es zudem gelungen, nach schwierigen Jahren neue Aufträge für Sitzstrukturen und Strukturteile an Land zu ziehen.

Gleichzeitig ergreift Adval Tech Massnahmen zur Effizienzsteigerung, da die Schweizer Gesellschaften weiterhin einem grossen Margendruck ausgesetzt seien. Daher habe der Verwaltungsrat beschlossen den Standort Uetendorf auf das vierte Quartal 2018 hin zu schliessen. Die rund 25 Mitarbeitenden werden Stellen in Niederwangen oder in Endingen angeboten, heisst es dazu.

Den Jahresabschluss 2016 hat das auf Formenbau von Metall und Spritzgiessen von Kunststoff spezialisierte Unternehmen zum grössten Teil bereits anfangs März veröffentlicht. Die vor allem in der Autoindustrie beheimatete Firma verbuchte auch dank dem Verkauf des Segments Molds einen Reingewinn von 39,7 Mio CHF nach 0,6 Mio im Jahr zuvor. Entsprechend soll den Aktionären ein Betrag von 41 CHF je Aktie aus Kapitaleinlagereserven ausgeschüttet werden.

Konkret erzielte Adval Tech im vergangenen Geschäftsjahr eine 1,2% höhere Gesamtleistung von 227,1 Mio CHF. Die Konsolidierung der Fischer IMF per Anfang April 2016 trug dabei rund 32 Mio CHF zur Gesamtleistung bei. Operativ sank das Ergebnis auf Stufe EBITDA aber um 8,2% auf 22,4 Mio CHF, während der EBIT gar um gut 15% auf 8,3 Mio schrumpfte. Die EBITDA-Marge sank um 1 Prozentpunkt auf 9,9% und die EBIT-Marge um 0,7 Prozentpunkte auf 3,7%.

Im Vergleich mit dem Vorjahr sei zu beachten, dass die Fischer IMF für neun Monate (Akquisition per April 2016) und das Segment Molds für acht Monate (Verkauf per Ende August) konsolidiert wurden.

sta/tp

(AWP)