Aevis sieht sich bei Lifewatch nicht mehr an Stillhalte-Klausel gebunden

Die Aevis Victoria-Gruppe legt am Mittwoch in einem ergänzten Angebotsprospekt dar, weshalb sich die Klinik- und Hotelbetreiberin bei Lifewatch nicht mehr an die sogenannte "Standstill-Klausel" gebunden sieht. Diese Klausel verpflichtete Aevis, während der Angebotsfrist keine Aktien des Medizinaltechnikers zu kaufen oder zu verkaufen.
05.04.2017 08:35

Denn gemäss den Bestimmungen der Geheimhaltungsvereinbarung ende die "Standstill"-Verpflichtung, wenn Lifewatch öffentlich bekannt gebe, dass sie Verhandlungen aufgenommen habe oder eine Vereinbarung mit Dritten eingegangen sei im Hinblick auf den Erwerb der Mehrheit der Aktien oder konsolidierten Aktiven des Unternehmens.

Aber genau dies habe Lifewatch-CEO Stephan Rietiker am 20. März 2017 anlässlich einer Pressekonferenz auf die Frage eines Teilnehmers öffentlich bekanntgemacht. Lifewatch habe Interessenbekundungen mehrerer "potentieller Anbieter" erhalten und in diesem Zusammenhang eine Investmentbank engagiert, so die Aussage Rietikers.

Ferner habe der Lifewatch-Chef am 27. März 2017 der Schweizerischen Depeschenagentur mitgeteilt, "alternative Angebote [zum Angebot von AEVIS] lägen auf dem Tisch". Daraufhin habe Aevis Lifewatch mitgeteilt, dass man sich nicht mehr an die "Standstill-Klausel" gebunden sehe.

Mit dem ergänzten Angebotsprospekt kommt Aevis einer Verfügung der Übernahmekommission nach.

ra/rw

(AWP)