Aevis Victoria: Konkurrent lanciert Gegenangebot für Klinik Générale-Beaulieu

(Meldung durchgehend mit Stellungnahmen von Les Grangettes und Aevis ergänzt)
23.09.2016 16:30

Genf (awp) - Die Gesundheitsgruppe Aevis Victoria erhält beim geplanten Verkauf der Privatklinik Générale-Beaulieu (GBH) Konkurrenz vom privaten Genfer Gesundheitsunternehmen Clinique des Grangettes. Dieses will den GBH-Aktionären bis am 5. Oktober ein Gegenangebot bestehend aus einem Aktientausch und der Schaffung eines gemeinsamen Unternehmens vorlegen. Auf Seiten von Aevis zeigt man sich aber weiterhin zuversichtlich.

Das Angebot der Clinique des Grangettes sei sehr "interessant" und man sei bereit, einen Teil der eigenen Aktien zu bieten, erklärte deren Präsident Philippe Glatz am Freitag gegenüber der AWP zu entsprechenden Artikeln in der Westschweizer Presse. "Unser Gegenangebot offeriert den GBH-Aktionären einen Mehrwert von rund 25% gegenüber dem Aevis-Angebot, sollten die GBH-Aktien für diejenigen der neuen Gesellschaft eingetauscht werden."

DRITTER WEG

Mit dem Vorschlag hätten die Aktionäre nun die Chance, Angebote zu vergleichen, sagte Glatz weiter. Das Angebot von "Les Grangettes" betrifft alle noch nicht von der Victoria-Aevis-Tochter Swiss Medical Network gekauften GBH-Aktien. Aus der Transaktion soll eine Genfer Klinikgruppe entstehen, an der die Swiss Medical Network beteiligt bleiben würde.

"Ein Zusammenschluss hätte unmittelbare Vorteile. Mit der Vereinigung unserer Kliniken würden wir die notwendige kritische Masse bezüglich der Qualität der medizinischen Aktivitäten erreichen." Denn die medizinischen Aktivitäten der Kliniken seien "völlig komplementär", so der Präsident der Clinique des Grangettes. Er bezeichnete das Gegenangebot als einen "dritten Weg" zum Akquisitionsprozess der grossen Gruppen.

AEVIS BEREITS MIT 40% DES KAPITALS

Die Aevis Victoria-Tochter Swiss Medical Network hatte vergangene Woche ein Übernahmeangebot für die Générale-Beaulieu zu einem Preis von 25'000 CHF pro Aktie bekanntgegeben. Damit wird die GBH mit 187,5 Mio CHF bewertet. Im Rahmen der Transaktion habe man mit der Albin Kistler AG einen Vertrag über den Kauf von deren Beteiligung an der Klinik von rund 29% abgeschlossen, hiess es damals.

Auf Seite von Aevis Victoria zeigt man sich weiterhin zuversichtlich zum Erfolg des Kaufangebots. Die Gesellschaft verfüge derzeit bereits über 40% des Kapitals an der GBH, teilte Aevis Victoria-CEO Antoine Hubert auf Anfrage der AWP schriftlich mit. Das Angebot seiner Gruppe werde vom Verwaltungsrat unterstützt, zudem habe auch die Medizinische Gesellschaft von Beaulieu, die 28% an der GBH halte, ihre Unterstützung signalisiert.

GBH MIT 400 MITARBEITENDEN

Das interdisziplinäre Privatspital Générale-Beaulieu beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und arbeitet mit etwa 600 Belegärzten zusammen. Auf dem Klinikgelände befinden sich zudem rund 70 Arztpraxen, die alle medizinischen Fachgebiete abdecken.

Die Swiss Medical Network umfasst heute schweizweit 15 Privatspitäler mit 1250 Belegärzten und 2750 Mitarbeitenden. Der Bereich Spitäler mit einem Jahresumsatz von knapp 420 Mio CHF ist das grösste Segment von Aevis Victoria. Weiter gehören vier Luxushotels der Victoria-Jungfrau-Gruppe und rund 40 Liegenschaften zum Unternehmen.

An der insgesamt rückläufigen Börse (SPI -0,6%) notieren die Aevis Victoria-Titel am Freitagnachmittag um 0,2% im Minus auf 58,50 CHF.

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(AWP)